
In der Gesellschaft hätten momentan viele den Eindruck, als würden sie von den vielen Krisen regelrecht erschlagen, ohne die Möglichkeit zu haben, etwas dagegen zu tun. Dies sei jedoch falsch. Statt darauf zu warten, dass einem der Staat oder eine Partei die Risiken abnehme und "Pflaster verteile", müssten die Menschen sich selbst wieder mehr um das Gemeinwesen kümmern, meinte die Konfliktforscherin.
Gemeinsam Initiativen entwickeln und Zukunft gestalten
Es gehe darum, gemeinsam mit anderen Initiativen zu entwickeln und sich zu fragen, wie die Zukunft anders aussehen soll und was wir für unsere Gesellschaft erreichen wollen. Allein schon dies zu tun könne Menschen helfen und wieder Halt geben, gab sich Deitelhoff überzeugt.
Gesellschaft ist ihres Grundgefühls der Sicherheit beraubt
Die Art, wie der öffentliche Diskurs zur Zeit geführt werde, bewirke genau das Gegenteil. Statt Großzügigkeit und Nachsicht mit anderen zu zeigen entgleite er sehr schnell. Der Grund dafür liege in einer ständigen Verunsicherung, weil die Gesellschaft ihres existentiellen Grundgefühls der Sicherheit beraubt worden sei, erklärte Deitelhoff. Es gebe heute keinen Bereich unseres Daseins mehr, in dem wir keine Risiken empfänden. Dies sei die Lage und wir müssten lernen, damit umzugehen, forderte die Konfliktforscherin.
Das ganze Interview hören Sie hier: Gesellschaft der Angst? Politische Folgen unsicherer Zeiten. Nicole Deitelhoff (Audio)
Diese Nachricht wurde am 10.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
