
Nach Auszählung eines Großteils der Stimmen kommt sie auf mehr als 23 Prozent. Zweitstärkste Kraft wird demnach überraschend die Partei der türkischen Minderheit DPS mit fast 16 Prozent. Nur dritte dürfte damit die reformorientierte Partei PP mit rund 15 Prozent werden. Im März war ein Regierungsbündnis von GERB und PP zerbrochen. Bulgarien wird deswegen gegenwärtig von einer Übergangsregierung geführt.
Im Wahlkampf hatte Borissow die Bildung einer Koalition in Aussicht gestellt, mit der die jahrelange politische Instabilität in dem Land beendet werden soll. Die jetzige Wahl war die sechste innerhalb von drei Jahren.
Bei den Parlamentswahlen in Belgien bleibt die Mitte-Rechts-Partei N-VA nach Auszählung von 90 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Auf Platz zwei mit den größten Zugewinnen kommt der rechtsgerichtete "Vlaams Belang", der für die Unabhängigkeit Flanderns eintritt. Die liberale Partei von Ministerpräsident De Croo verbuchte deutliche Verluste und liegt noch auf Platz neun. Belgien stehen erneut harte Koalitionsverhandlungen bevor. Nach der Wahl 2019 hatten es zwölf Parteien ins Abgeordnetenhaus geschafft. Bis zur Regierungsbildung dauerte es 16 Monate.
Die Suche nach Bündnissen in Belgien ist auch deshalb so kompliziert, weil viele Parteien nur entweder in der französischsprachigen Wallonie oder in Flandern antreten. Auch die Regionalparlamente wurden neu gewählt. In der Wallonie konnte die liberale Partei Zugewinne verbuchen. Deutliche Verluste gab es in allen Landesteilen für die Grünen.
Diese Nachricht wurde am 10.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.