Institut für Weltwirtschaft
Konzept für neue Entwicklungspolitik

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Schularick, wirbt dafür, die Verteilung der Gelder für Entwicklungszusammenarbeit zu überdenken.

    Der Präsident des Institutes für Weltwirtschaft in Kiel, Moritz Schularick schaut in die Kamera.
    Der Präsident des Institutes für Weltwirtschaft in Kiel, Moritz Schularick (picture alliance / dpa / Matthias Balk)
    Das Institut hat ein Konzept für eine neue Entwicklungspolitik vorgelegt. Hintergrund ist unter anderem der Rückzug der US-Regierung als großer Geldgeber für globale Entwicklungszusammenarbeit. US-Präsident Trump habe in der Entwicklungspolitik eine zentrale Lücke hinterlassen, sagte Schularick.
    Er mahnte, die USA seien keine verlässlichen Partner mehr. Nicht zuletzt Trumps Rede in Davos habe gezeigt: Man dürfe sich nicht von "den labilen Launen eines einzelnen Politikers" abhängig machen, sondern müsse einen stabilen Gegenpol schaffen.
    Investitionen in die Entwicklungszusammenarbeit seien für Deutschland nicht nur wirtschaftlich, migrationspolitisch und klimapolitisch sinnvoll, sondern auch geopolitisch. "Wenn wir klug in Partnerländern investieren und Handelswege eröffnen, fördern wir auch das Wachstum bei uns", sagte Schularick.

    Schularick: "Jedes Programm muss einen messbaren Mehrwert für beide Seiten schaffen"

    Die Bundesregierung habe in der Vergangenheit Entwicklungsgelder ungezielt ausgeschüttet. So sei echter Wandel nur selten entstanden. Statt Altruismus müsse sie die eigenen Interessen in den Vordergrund rücken.
    Bundesentwicklungsministerin Alabali Radovan hatte im Oktober bereits eine Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik engekündigt. Demnach wolle man in der Zusammenarbeit mit Partnerländern die Interessen der deutschen Wirtschaft stärker berücksichtigen. Deutschland plant in diesem Jahr rund zehn Milliarden Euro für Entwicklungsprojekte zur Verfügung zu stellen - rund zwei Milliarden weniger als 2023.
    Die USA haben unter der Regierung Trump einen Großteil der Gelder für die Entwicklungszusammenarbeit gestrichen. Die Biden-Regierung stellte zuvor mit fast 66 Milliarden Dollar knapp ein Drittel der gesamten Entwicklungshilfe der führenden Industrieländer.
    Diese Nachricht wurde am 25.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.