Wer kann, meidet Schweizer Apotheken, so wie Marco Kirschbaum.
"Wir machen das ganz einfach so, dass wenn wir wissen, dass wir ins Ausland gehen, wo die Medikamentenpreise tiefer sind und wir rezeptfreie Medikamente brauchen, machen wir eine Liste hier und kaufen sie im Ausland. Auch zum Beispiel in Deutschland, denn viele Produkte sind dort günstiger."
Die Pharmaindustrie kann die Medikamentenpreise in der Schweiz nicht frei festlegen. Das macht das Bundesamt für Gesundheit. Die Pharmaunternehmen können aber Preisvorschläge einreichen. Das Bundesamt für Gesundheit vergleicht die von der Industrie gewünschten Preise mit den Preisen in anderen Ländern wie beispielsweise Deutschland oder den Niederlanden. In der Regel winkt das Bundesamt für Gesundheit die Preise durch. Ein Veto gegen die staatliche Preisfestsetzung könnte ohnehin nur die Pharmaindustrie einlegen. Das kommt aber so gut wie nie vor, was darauf hindeutet, dass die Industrie offenbar mit der Arbeit der Behörde zufrieden ist. Die Schweizer Krankenkassen haben im Preisfestsetzungsprozedere keine Stimme. Der zuständige Verband, Santé Suisse, moniert, dass das Bundesamt nicht hart genug mit der Pharmaindustrie verhandelt. Und für Konsumentenschützerin Sara Stalder ist die Festlegung der Medikamentenpreise in der Schweiz ohnehin nichts weiter als eine Farce.
"Die Kommission, die sich zum Teil festlegt, ist im Prinzip kontrolliert durch die Pharmaindustrie, weil nur die Pharmaindustrie ein Vetorecht hat gegen die Preisfestsetzung, und damit ist eigentlich die ganze Sache eine Farce, also dass der Staat die Preise festlegt. Das ist nur auf dem Papier eigentlich so."
Seit Jahren gehen die Schweizer Konsumentenschützer gegen die hohen Medikamentenpreise vor. Eine Lösung könnten Parallelimporte sein, das heißt, ein und dasselbe Medikament, das im Ausland billiger angeboten wird, wird wieder in die Schweiz importiert. Die Zulassung von Parallelimporten wird aber stets von der pharmafreundlichen bürgerlichen Mehrheit im Parlament abgelehnt. So bleibt der Schweizer Medikamentenmarkt ein wohlbehüteter, abgeschotteter Markt.
Allerdings gelang dem Schweizer Gesundheitsminister jetzt doch kürzlich ein kleiner Sieg gegen die Pharmalobby. Die Industrie musste zum 1. März einige Preise senken. Außerdem wurde der Vertriebskostenanteil, also die Marge für Ärzte und Apotheker, die das Medikament verkaufen, abgeschmolzen. Gut 270 Millionen Euro sollen so die Schweizer Krankenkassen sparen. Für die Stiftung für Konsumentenschutz sind 270 Millionen bei mehreren Milliarden an Medikamentenkosten aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Die Pharmaindustrie, an der über 100.000 Arbeitsplätze in der Schweiz hängen, führt als Rechtfertigung für die hohen Medikamentenpreise in der Schweiz immer wieder ihre hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung an. Ein vorgeschobenes Argument, wie Felix Schneuwly vom Verband Santé Suisse meint.
"Solange die Pharmaindustrie in ihren Geschäftsberichten immer noch mehr Geld ausweist für Werbung und Marketing als für Forschung, denke ich, hier ist nicht die Forschung das Problem, sondern ich denke, es ist nach wie vor so, dass genügend Mittel da sind, und wenn es dann wirklich knapp wird, bin ich sicher, dass ein langfristig denkendes Unternehmen eher beim Marketing spart, als bei der Forschung."
Die hohen Medikamentenpreise in der Schweiz lassen sich letztlich aber auch ganz einfach erklären: Die Schweiz gilt bei der Festlegung von Medikamentenpreisen in 80 Ländern als Referenzland. Kein Wunder also, dass die Pharmaindustrie kein Interesse an niedrigeren Medikamentenpreisen in der Schweiz hat.
"Wir machen das ganz einfach so, dass wenn wir wissen, dass wir ins Ausland gehen, wo die Medikamentenpreise tiefer sind und wir rezeptfreie Medikamente brauchen, machen wir eine Liste hier und kaufen sie im Ausland. Auch zum Beispiel in Deutschland, denn viele Produkte sind dort günstiger."
Die Pharmaindustrie kann die Medikamentenpreise in der Schweiz nicht frei festlegen. Das macht das Bundesamt für Gesundheit. Die Pharmaunternehmen können aber Preisvorschläge einreichen. Das Bundesamt für Gesundheit vergleicht die von der Industrie gewünschten Preise mit den Preisen in anderen Ländern wie beispielsweise Deutschland oder den Niederlanden. In der Regel winkt das Bundesamt für Gesundheit die Preise durch. Ein Veto gegen die staatliche Preisfestsetzung könnte ohnehin nur die Pharmaindustrie einlegen. Das kommt aber so gut wie nie vor, was darauf hindeutet, dass die Industrie offenbar mit der Arbeit der Behörde zufrieden ist. Die Schweizer Krankenkassen haben im Preisfestsetzungsprozedere keine Stimme. Der zuständige Verband, Santé Suisse, moniert, dass das Bundesamt nicht hart genug mit der Pharmaindustrie verhandelt. Und für Konsumentenschützerin Sara Stalder ist die Festlegung der Medikamentenpreise in der Schweiz ohnehin nichts weiter als eine Farce.
"Die Kommission, die sich zum Teil festlegt, ist im Prinzip kontrolliert durch die Pharmaindustrie, weil nur die Pharmaindustrie ein Vetorecht hat gegen die Preisfestsetzung, und damit ist eigentlich die ganze Sache eine Farce, also dass der Staat die Preise festlegt. Das ist nur auf dem Papier eigentlich so."
Seit Jahren gehen die Schweizer Konsumentenschützer gegen die hohen Medikamentenpreise vor. Eine Lösung könnten Parallelimporte sein, das heißt, ein und dasselbe Medikament, das im Ausland billiger angeboten wird, wird wieder in die Schweiz importiert. Die Zulassung von Parallelimporten wird aber stets von der pharmafreundlichen bürgerlichen Mehrheit im Parlament abgelehnt. So bleibt der Schweizer Medikamentenmarkt ein wohlbehüteter, abgeschotteter Markt.
Allerdings gelang dem Schweizer Gesundheitsminister jetzt doch kürzlich ein kleiner Sieg gegen die Pharmalobby. Die Industrie musste zum 1. März einige Preise senken. Außerdem wurde der Vertriebskostenanteil, also die Marge für Ärzte und Apotheker, die das Medikament verkaufen, abgeschmolzen. Gut 270 Millionen Euro sollen so die Schweizer Krankenkassen sparen. Für die Stiftung für Konsumentenschutz sind 270 Millionen bei mehreren Milliarden an Medikamentenkosten aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Die Pharmaindustrie, an der über 100.000 Arbeitsplätze in der Schweiz hängen, führt als Rechtfertigung für die hohen Medikamentenpreise in der Schweiz immer wieder ihre hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung an. Ein vorgeschobenes Argument, wie Felix Schneuwly vom Verband Santé Suisse meint.
"Solange die Pharmaindustrie in ihren Geschäftsberichten immer noch mehr Geld ausweist für Werbung und Marketing als für Forschung, denke ich, hier ist nicht die Forschung das Problem, sondern ich denke, es ist nach wie vor so, dass genügend Mittel da sind, und wenn es dann wirklich knapp wird, bin ich sicher, dass ein langfristig denkendes Unternehmen eher beim Marketing spart, als bei der Forschung."
Die hohen Medikamentenpreise in der Schweiz lassen sich letztlich aber auch ganz einfach erklären: Die Schweiz gilt bei der Festlegung von Medikamentenpreisen in 80 Ländern als Referenzland. Kein Wunder also, dass die Pharmaindustrie kein Interesse an niedrigeren Medikamentenpreisen in der Schweiz hat.
