Korruptionsverdacht und weitere Vorwürfe
Mehr als 100 Disziplinarverfahren gegen Bedienstete im NRW-Strafvollzug

In Nordrhein-Westfalen werden aktuell mehr als 100 Disziplinarverfahren gegen Bedienstete im Justizvollzug geführt.

    Nordrhein-Westfalen, Mönchengladbach: Blick auf die Justizvollzugsanstalt Willich 1 (Zweiganstalt Mönchengladbach) neben dem Landgericht.
    Auch bei den Durchsuchungen in der JVA Willich 1 ging es um Korruption. (Rolf Vennenbernd/dpa)
    Das berichtete NRW-Justizminister Limbach in einer Sondersitzung des Rechtsausschusses im Düsseldorfer Landtag. Demnach geht es bei etwa jedem vierten Fall um Korruptionsverdacht.
    Trotz aller Berichte und Hinweise zu kriminellen Machenschaften hinter Gittern müsse das Ausmaß richtig eingeordnet werden, sagte Limbach. Insgesamt sei etwa ein Prozent aller fast 10.000 Mitarbeiter von einem Disziplinarverfahren betroffen. Die weit überwiegende Mehrheit der Beschäftigten leiste hingegen ehrliche Arbeit unter schwersten Bedingungen. 
    Anlass der dritten Sondersitzung des Rechtsausschusses innerhalb von drei Wochen war eine Durchsuchung in der Justizvollzugsanstalt Willich 1 Mitte Juli. Dabei ging es um den Verdacht des Drogenhandels und der Bestechlichkeit gegen zwei Vollzugsbeamte. Minister Limbach wird vorgeworfen, der Öffentlichkeit und dem Parlament wochenlang nichts über die Razzia berichtet zu haben. 
    Diese Nachricht wurde am 05.08.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.