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Kraftwerk des Sonnensystems

Seit viereinhalb Milliarden Jahren geht die Sonne im Osten auf und im Westen unter. Das wird sie auch noch für einige weitere Milliarden Jahre tun. Es ist kein Wunder, dass alte Kulturen die Sonne als Spender von Licht und Wärme anbeteten. Ihr zu Ehren baute man große Tempel und pflegte bestimmte Rituale.

Damond Benningfield |
    Doch gibt es nichts Mystisches an der Sonne. Sie ist einfach ein Stern - ein riesiger Ball aus leuchtendem Gas, der unsere Ecke des Universums beleuchtet.

    Wie alle Sterne wurde auch die Sonne aus einer kalten, dunklen Gaswolke geboren. Die Schockwelle eines explodierten Sterns presste das Gas zusammen. Aus dem verdichteten Gas entstand die Sonne.

    In ihrem Innern verwandelt die Sonne Wasserstoff zu Helium - und zwar mehr als 600 Millionen Tonnen in der Sekunde. Die in dem Fusionsprozess freigesetzte Energie bahnt sich ihren Weg an die Oberfläche. Ein Teil davon erreicht uns als wärmende Sonnenstrahlen.

    Astronomen ordnen die Sonne als gelben Stern der Hauptreihe ein. Das bedeutet: Sie ist ein erwachsener Stern mit Oberflächentemperaturen von etwa 5800 Grad Celsius. Ungefähr eine Millionen Erden hätten in dem riesigen Sonnenball Platz.

    In weiteren vier oder fünf Milliarden Jahren wird sich unsere Sonne gewaltig aufblähen. Sie wird Merkur verschlucken - und vielleicht auch die Venus. Die Erde wird dann nur noch ein verbrannter Aschenhaufen sein. Viele Millionen Jahre später wird die Sonne verschwinden und nur eine kleine, heiße Sternleiche zurücklassen. Nach wie vor wird sie am Himmel der verbrannten Erde auf- und untergehen. Nur wird niemand mehr da sein, um das zu beobachten.