"Interview der Woche"
Kramp-Karrenbauer: "Parteienverbot das letzte aller möglichen Mittel gegen AfD"

Die Vorsitzende der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, Kramp-Karrenbauer, hat sich gegen ein Verfahren zum Verbot der AfD ausgesprochen. Was die Partei verkörpere, gehe nicht dadurch weg, dass man sie verbiete, sagte Kramp-Karrenbauer im Interview der Woche des Deutschlandfunks.

    Porträt von Annegret Kramp-Karrenbauer, im Freien aufgenommen
    Annegret Kramp-Karrenbauer, Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung (Archivbild). (picture alliance / Sven Simon / Frank Hoermann)
    Ein Parteienverbot sei immer das letzte mögliche Mittel. Im Vordergrund müsse die politische Auseinandersetzung stehen. Die AfD stehe im Grunde genommen gegen alles, was die CDU und was auch Deutschland in seinen Grundfesten ausmache, betonte Kramp-Karrenbauer. "Und deswegen ist das auch ein durchaus existenzieller Kampf."

    "Bündel von Ursachen" für hohen Zulauf für die AfD

    Die frühere CDU-Bundesvorsitzende und Bundesverteidigungsministerin spricht von einem "Bündel von Ursachen" für den hohen Zulauf für die AfD. Es gebe einen verfestigten Kern von extremen, radikalen und von völkischen Kräften, die in der AfD eine politische Heimat gefunden hätten. Zudem nannte sie Gruppen von Wählerinnen und Wählern, die sich zunächst aus Protest der Partei angeschlossen hätten und nun in einer Art Anti-Eliten-Haltung politisch unterwegs seien. Und zuletzt sprach Kramp-Karrenbauer von einem Personenkreis, dem es eigentlich gut gehe, der aber Angst vor Veränderungen habe.
    Populisten wie die AfD versprächen eine heile Welt und arbeiteten sehr stark mit Emotionen und Begriffen, so Kramp-Karrenbauer. Beispiele seien Patriotismus und Heimat. Dahinter liegt nach ihrer Einschätzung ein politisches Konzept. Die AfD wolle selbst bestimmen, wer zum "Vaterland" gehöre und wer nicht. Die CDU müsse daher stets betonen, dass sie ein politisches Konzept auf der Grundlage eines anderen Menschenbildes vertrete, betonte die frühere Parteichefin.

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    Das vollständige Interview der Woche hören Sie am Sonntag um 11.05 Uhr im Deutschlandfunk und schon jetzt in der Deutschlandfunk-App.
    Diese Nachricht wurde am 27.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.