Namibia
Kriminalisierung von gleichgeschlechtlichem Sex laut Gericht verfassungswidrig

In Namibia hat das Hohe Gericht die Kriminalisierung von gleichgeschlechtlichem Sex für verfassungswidrig erklärt.

    Blick auf die Independence Avenue in der Innenstadt von Windhoek, der Hauptstadt von Namibia
    Blick auf die Independence Avenue in der Innenstadt von Windhoek, der Hauptstadt von Namibia (picture alliance / dpa / Tom Schulze)
    Die Richter hätten sich einstimmig für die Abschaffung eines entsprechenden Gesetzes ausgesprochen, schreibt die Zeitung "The Namibian". Gegen das Verbot geklagt hatte ein Aktivist. Namibia hatte das Gesetz aus der niederländischen Kolonialzeit Südafrikas geerbt, als das Land nach dem 1. Weltkrieg die Kontrolle über Namibia von den Deutschen übernahm. Das Verbot von gleichgeschlechtlichem Sex war auch nach der Unabhängigkeit 1990 beibehalten worden. Zwar wurden Verstöße kaum geahndet, auf die Regelung wurde aber unter anderem bei einer Rechtfertigung von Diskriminierungen verwiesen.
    In Afrika ist gleichgeschlechtlicher Sex in rund 30 von 54 Ländern verboten. Während Staaten wie Botswana, Gabun und Angola die Kriminalisierung von LGBTQ-Personen in den vergangenen Jahren aufhoben haben, verschärften andere Länder wie Uganda und Ghana die staatliche Repression mit neuen Gesetzen.
    Diese Nachricht wurde am 21.06.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.