Montag, 17.12.2018
 
Seit 00:05 Uhr Fazit

Krise und Chance

Neue Reihe

Gern wird auf die chinesische Schriftsprache verwiesen; hier besteht der Begriff "Krise" aus jeweils einem Schriftzeichen der Begriffe "Gefahr" und "Chance". Wenn Krise einen Bruch in Kontinuität und Normalität bedeutet, dann entsteht durch Lebensübergänge - Pubertät, Klimakterium, Eintritt in den Ruhestand beispielsweise - oder plötzliche Ereignisse - Arbeitslosigkeit, schwere Erkrankung, PartnerIn-Verlust oder Trennung - eine Weiche für den weiteren Lebensweg . Hier entscheidet sich, ob ein Bruch zu einem <em> Durchbruch </em> oder einem <em> Zusammenbruch </em> führt.

Krise ist auch Möglichkeit zur Wendung. (Stock.XCHNG / Andy Heyward)
Krise ist auch Möglichkeit zur Wendung. (Stock.XCHNG / Andy Heyward)
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Was für ein Individuum gilt, trifft aber auch in größerem Zusammenhang zu. Wird eine Wirtschafts- oder Gesellschaftsordnung bedroht, gibt es auch hier die Chance, neue Formen des Miteinanders und der Organisation von Handel und Wirtschaftssystem zu entwickeln. Im deutschen Sprachgebrauch überwiegt allerdings der negative Bedeutungsaspekt einer "Krise", einem Begriff aus dem Griechischen. der nicht auf Bedrohung oder Konfrontation bezogen ist, sondern Entscheidung im Sinne von Möglichkeit zur Wendung meint.

Das passt auf die derzeitige Situation: Die Weltwirtschaft ist kritisch destabilisiert: Wettsucht statt seriösem Banking, nimmersattes Missmanagement und der nahezu komplette Realitätsverlust zahlreicher Wirtschaftsakteure einschließlich von Verbrauchern haben u.a. dazu geführt. Die Krise der Makroökonomie setzt sich als Krise vieler Unternehmen mit Gefährdung und Verlust von Arbeitsplätzen fort. Inwiefern nimmt deshalb die Zahl der individuellen Krisen zu, wie sehen die Folgen für die Einzelnen wie aber auch die Gesellschaft aus - entsteht hier ein zirkulärer Prozess, der sich selbst negativ verstärkt? Inwieweit erhöht die jetzige schwierige Wirtschaftslage die menschliche Disposition für Krisen? Diese Fragen untersucht eine Expertenrunde aus unterschiedlichen Perspektiven, wobei die Krise des Einzelnen im Mittelpunkt steht. Hierzu werden biografische Fallbeispiele mittels Beiträgen einbezogen. In den folgenden Monaten widmet sich die Sendung "Studiozeit - Aus Kultur- und Sozialwissenschaften" jeweils in ihrer Ausgabe am Monatsende einer hierfür aufgelegten Reihe.

Unter dem Titel " Krise und Chance" diskutieren live im Studio:

- die Psychoanalytikerin und Fachärztin für für Psychotherapeutische Medizin Dr. Claudia Sies,
- der Medizinsoziologe Prof. Dr. Johannes Siegrist von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf sowie
- der praktische Philosoph und Unternehmensbegleiter Dr. Gerd Achenbach.

- 27. 08. 2009, "Studiozeit - Aus Kultur- und Sozialwissenschaften", 20.10 - 21.00 Uhr: Krise überall -Abstieg und Verlust
- 24. September 2009, "Studiozeit - Aus Kultur- und Sozialwissenschaften", 20.10-21.00 Uhr: Globalisierung und Überforderung
- 29. Oktober 2009: "Studiozeit - Aus Kultur- und Sozialwissenschaften", 20.10 - 21.00 Uhr: Existenzangst
- 26. November 2009: "Studiozeit - Aus Kultur- und Sozialwissenschaften", 20.10-21.00 Uhr: Bedrohung und Sicherheitsbedürfnis

Redaktion und Gesprächsleitung: Michael Roehl, Carsten Schroeder, Christian Floto


Einen Mittschnitt der Sendung können Sie bis mindestens zum 27.1.2010 in unserem Audio-on-Demand-Angebot als MP3-Datei nachhören.

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