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Krisen-Treffen zu SyrienTreffen in Wien ohne greifbares Ergebnis

Die vier Außenminister stehen in einem Raum nebeneinander vor den Flaggen ihrer Staaten, die wiederum vor einem Gemälde stehen. Der saudische Ressortchef trägt die traditionelle Kleidung seines Landes. (AFP / CARLO ALLEGRI)
Die Außenminister vor Beginn der Gespräche (AFP / CARLO ALLEGRI)

Im Ringen um Auswege aus dem syrischen Bürgerkrieg hat ein Krisen-Treffen der Außenminister der USA, Russlands, Saudi-Arabiens und der Türkei in Wien keine substanzielle Annäherung gebracht. Allerdings gibt es Hoffnung auf eine konstruktive Fortsetzung der Gespräche.

Der Bürgerkrieg in Syrien ist ein Hauptauslöser der Flüchtlingskrise. Nur wenn Russland und die USA an einem Strang ziehen würden, könnte es eine Lösung geben. US-Außenminister John Kerry sagte in Wien, es seien einige Vorschläge auf den Tisch gekommen, die zu einer neuen Dynamik in den Friedensbemühungen führen könnten. Einzelheiten nannte Kerry nicht. Er betonte, er hoffe auf weitere Gespräche in der kommenden Woche.

Russland auf der einen und die USA, Saudi-Arabien sowie die Türkei auf der anderen Seite blieben in Wien aber uneins über die Zukunft des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Russland hält an Assad fest, die USA sehen eine politische Lösung in Syrien nur ohne ihn. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte nach den Gesprächen, über das Schicksal Syriens könne nur das syrische Volk entscheiden. Er schlug vor, künftig den Iran und Ägypten in die Bemühungen um ein Ende des Krieges einzubeziehen. Auch Kerry schloss eine künftige Beteiligung Irans nicht aus. 

Der Bürgerkrieg hat 4,2 Millionen Menschen ins Ausland getrieben

Der seit viereinhalb Jahren anhaltende Bürgerkrieg in Syrien, der nach UNO-Angaben bislang rund 4,2 Millionen Menschen ins Ausland getrieben hat, gilt als Hauptauslöser für die Flüchtlingskrise in Europa. Syrische Flüchtlinge bilden auch die mit Abstand größte Gruppe, die in Deutschland Asyl sucht. Syrische Aktivisten warnten am Freitag vor einer neuen Fluchtwelle in Richtung Türkei, sollten die russischen Luftangriffe und Kämpfe im Norden des Landes andauern. 

Bei seinem militärischen Vorgehen in Syrien will sich Russland enger mit dem Westen abstimmen. Das teilte Präsident Wladimir Putin in Sotschi mit. Man stehe kurz davor, Daten über Stellungen von Islamisten in dem Bürgerkriegsland auszutauschen. Eine militärische Koordination könne auch den Weg für eine politische Lösung des Konflikts bereiten. Dafür müsse die syrische Führung Kontakt mit denjenigen Oppositionsgruppen aufnehmen, die einen Dialog wollten. 

Die USA fliegen mit einer internationalen Militärallianz seit gut einem Jahr Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Russland hatte vor etwa drei Wochen in den Konflikt eingegriffen und attackiert neben dem IS auch andere Rebellengruppen, die den syrischen Machthaber Assad stürzen wollen.

(pg/ach)

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