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StartseiteSport am WochenendeKritik am Dopingkontrollsystem, Sorgen um die Mannschaften21.09.2011

Kritik am Dopingkontrollsystem, Sorgen um die Mannschaften

DOSB stellt im Sportausschuss die Planung für die Olympischen Spiele 2012 in London vor

Den fünften Platz in der Nationenwertung wolle man bei den Olympischen Spielen 2012 in London erreichen, das erklärte Michael Vesper, Generaldirektor des DOSB, vor dem Sportausschuss des Bundestags. Laut Vesper werden gut 410 deutsche Athleten, in London an den Start gehen.

Von Robert Kempe

Michael Vesper, Generaldirektor des DOSB (AP)
Michael Vesper, Generaldirektor des DOSB (AP)

Das wären gut 30 Athleten weniger als bei den letzten Olympischen Spielen. Kritik äußerten mehrere Ausschuss-Mitglieder an den bisherigen Qualifikationsleistungen bei den Mannschaftssportarten. Bisher haben sich nur die Hockeymannschaften der Frauen und Herren für London qualifiziert. Martin Gerster von der SPD:

"Es ist sehr auffällig, dass unsere Mannschaften also beispielsweise im Frauenfußball, Männerfußball auch Basketball, hier haben wir die Qualifikation nicht geschafft. Das ist natürlich ein herber Rückschlag auch insgesamt für die deutsche Delegation. Denn der Mannschaftsgeist – der Teamspirit - in so einer Olympiamannschaft hängt ja davon ab, dass tatsächlich Teams dabei sind und nicht nur Einzelsportlerinnen und Einzelsportler."

Für Diskussionen am Rande der Sitzung sorgte auch das am Dienstag von der Spielervereinigung "Spin" präsentierte Datenschutz-Gutachten zum Dopingkontrollsystem. Darin sind massive Rechtsverstöße im derzeit praktizierten Kontroll- und Meldesystem aufgeführt. Doch die Forderung dem Antidopingkampf eine gesetzliche Grundlage zu geben - z.Bsp. in Form eines Antidoping-Gesetzes - sieht man bei der Bundesregierung gewohnt skeptisch. Staatssekretär Christoph Bergner, CDU:

"Also ich mache darauf aufmerksam, dass diese Chiffre Antidopinggesetz jetzt gewissermaßen wie ein Wunderwort immer wieder mit vielerlei Bedeutung, vielerlei Bezügen und Erwartungen gehandelt wird. Ich weiß nicht, inwieweit man durch einen gesetzlichen Rahmen gewissermaßen die Stärke des Eingriffs in die Persönlichkeitsrechte des Athleten tatsächlich mildern will."

Auch DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sieht keinen Bedarf an weiteren Regelungen von Seiten des Gesetzgebers. Er verweist darauf, dass die große Mehrheit der deutschen Athleten den aktuellen Antidoping-Kampf freiwillig unterstützt.

"Das Dopingkontrollsystem fußt geradezu darauf, dass unangemeldete Trainingskontrollen passieren dürfen und wenn man diese unangekündigten Trainingskontrollen unmöglich macht, dann entzieht man dem Dopingkontrollsystem den Boden und das wollen wir alle nicht."

Mitte Oktober wird es auch im Sportausschuss einen Dialog über die Datenschutzproblematik im Antidoping-Kampf geben. Nachträglich wurde aufgrund der aktuellen Debatte jetzt auch die Spielergewerkschaft "Spin" dazu eingeladen.

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