
Wie der Vorstand der Internationalen Gemeinschaft von 38 Kirchen aus Afrika, Asien und Deutschland beklagt, fehlen bisher internationale und dekoloniale Perspektiven oder sie wurden bewusst weggelassen. Einigen Autoren wirft der Kirchenbund vor, ihre Theologie berühre sich mit rechten und nationalistischen Strömungen. Die Evangelische Kirche in Deutschland wies die Vorwürfe zurück und teilte mit, dass die Liedauswahl noch nicht endgültig sei und noch weitere Expertise eingeholt werden sollten.
Das Erscheinen des neuen Gesangbuchs mit modernen und traditionellen Liedern ist für 2029 vorgesehen. Erstmals soll es die Sammlung sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form geben.
"Von guten Mächten wunderbar geborgen" und "Danke für diesen guten Morgen"
Das Buch umfasst eine Sammlung aus Liedern, Psalmen und spirituellen Texten. Es gehört zu den wichtigsten Büchern evangelischer Frömmigkeit. Die Lieder werden im Gottesdienst gesungen und für persönliche Spiritualität genutzt. Das Evangelische Gesangbuch umfasst berühmte Lieder wie "Von guten Mächten wunderbar geborgen", "Großer Gott, wir loben dich" oder "Danke für diesen guten Morgen", "Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer" und "Der Mond ist aufgegangen".
In 550 ausgewählten Kirchengemeinden in ganz Deutschland sowie Österreich ließ die EKD von September 2025 bis März 2026 die neue Liedauswahl erproben. Der Probeband sei auf ein überwiegend positives Echo gestoßen, hieß es. In den Rückmeldungen hätten 87 Prozent der Teilnehmer angegeben, sie fänden in dem Gesangbuch neue Impulse für ihren persönlichen Glauben. Aus den Erprobungsgemeinden erhielt die EKD mehr als 6.600 vollständig oder teilweise ausgefüllte Fragebögen zurück.
Insgesamt rund 17.000 Lieder gesichtet
Insgesamt sichtete eine 70-köpfige Kommission aus Kirchen und Fachverbänden im Auftrag der EKD rund 17.000 Liedvorschläge, die mit Noten zwischen 0 und 3 bewertet wurden. Etwa 1.500 Lieder kamen in eine Endauswahl. In der Testphase wurde besonders häufig erneut "Von guten Mächten wunderbar geborgen" gewünscht.
Diese Nachricht wurde am 28.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
