
Die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Esdar, sagte dem Evangelischen Pressedienst, dies sei die falsche Entscheidung zur falschen Zeit. "Wer an solchen Programmen spart, spart an der Zukunft unserer offenen Gesellschaft". Esdar argumentierte, man habe in den Haushaltsverhandlungen der Koalition bewusst die Mittel für Freiwilligendienste gestärkt, weil Engagement, Austausch und Bildung gerade in unsicheren Zeiten unverzichtbar seien. Zudem spare man mit der Einstellung eines Programms wie „Kulturweit“ kaum Geld.
"Falsches Signal"
Kritik kam auch von einem Bündnis aus Trägerorganisationen internationaler Freiwilligendienste. Sie erklärten in Bonn, die Einschnitte seien ein falsches Signal an junge Menschen. Deutschland sei auf gute Beziehungen zu anderen Staaten und auch auf zivilgesellschaftliche Vernetzung angewiesen.
Deutschland brauche mehr und nicht weniger welterfahrene Nachwuchskräfte, die sich für eine gerechte, partnerschaftliche internationale Zusammenarbeit engagieren, erklärte Jan Gildemeister, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Er nannte den Abbau internationaler Freiwilligendienste kurzsichtig angesichts zunehmender globaler Abschottung, Krisen und Konflikte.
Letzte Freiwillige starten im September
Das Auswärtige Amt und die deutsche Unesco-Kommission hatten am Freitag bekanntgegeben, dass die Förderung des Programms "aufgrund flächendeckender Einsparzwänge“ eingestellt werde. Demnach starten im September letztmalig 300 Freiwillige ihren sechsmonatigen Auslandsaufenthalt mit dem Programm. Das Außenministerium gibt bislang fünf Millionen Euro im Jahr für „Kulturweit“ aus.
Das Programm war 2009 gestartet. Junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren können darüber ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland leisten, zum Beispiel in Kultur- und Bildungseinrichtungen oder Stätten des Weltnaturerbes. Möglich sind Aufenthalte für sechs oder zwölf Monate. Seit 2015 können sich auch junge Menschen aus dem Ausland bei Einrichtungen in Deutschland engagieren.
Diese Nachricht wurde am 11.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
