Reformpaket
Kritik an Koalitionsbeschlüssen aus den Gewerkschaften - Sozialverbände reagieren gespalten

Die Reformbeschlüsse der schwarz-roten Koalition stoßen auf ein geteiltes Echo.

    Markus Söder (CSU, l-r), Ministerpräsident von Bayern und CSU Vorsitzender, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Bärbel Bas (SPD), Bundesministerin für Arbeit und Soziales, und Lars Klingbeil (SPD), Bundesminister der Finanzen, geben im Garten des Kanzleramtes eine Pressekonferenz.
    Die heute vorgestellten Reformbeschlüsse der schwarz-roten Koalition stoßen bei den Gewerkschaften auf Kritik. (picture alliance/dpa/Michael Kappeler)
    Die IG Metall spricht von einem Angriff auf Beschäftigtenrechte. Sie kritisierte unter anderem, dass eine befristete Anstellung von Beschäftigten ohne sachliche Begründung künftig bis zu vier Jahre lang möglich sein soll - doppelt so lange wie bisher. Auf Widerstand trifft auch die geplante Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Der Vorsitzende des Hausärzteverbands, Blumenthal-Beier, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, Union und SPD nähmen damit eine Überlastung der Praxen billigend in Kauf. Alle Statistiken belegten zweifelsfrei, dass die telefonische Krankmeldung nicht zu mehr Krankschreibungen geführt habe. Der Sozialverband VdK bemängelte, der Spitzensteuersatz sei zu niedrig angesetzt.
    Der Deutsche Gewerkschaftsbund begrüßte die geplante Reform der Einkommensteuer und die höheren Zuschläge für Arbeit an Sonntagen und Feiertagen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer lobte die Pläne zum Bürokratieabbau. Kritik übte DIHK-Präsident Adrian an der Steuerreform, die mittelständische Gesellschaften und Familienunternehmen treffe. Arbeitgeberpräsident Dulger sagte, das Reformpaket der Koalition könne für mehr Wettbewerbsfähigkeit und Vertrauen sorgen.
    Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.