
Bundeskanzler Merz habe klargestellt, dass Costa Repräsentant der Europäischen Union sei, nicht Vermittler. Der Ukraine-Krieg war ein Thema am ersten Tag des EU-Gipfeltreffens in Brüssel.
Das Büro des EU-Ratspräsidenten hatte bestätigt, dass es in den vergangenen Wochen kurze Kontakte mit Russland gab. Dabei habe es keinen inhaltlichen Austausch gegeben, es sei nur um die Öffnung von Kommunikationskanälen gegangen. Die EU erörtert derzeit, wie sie sich in mögliche Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland einbringen kann. Eine offene Frage ist, wer eine Vermittlerrolle übernehmen könnte.
EVP-Chef Weber hält Kritik für übertrieben
Der Vorsitzende der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, Weber, sagte im Deutschlandfunk, dass Costas Büro in den vergangenen Wochen Kontakte mit Russland gehabt habe, sei zwar nicht abgestimmt gewesen. Allerdings halte er die Reaktion einiger Staats- und Regierungschefs für übertrieben. Der CSU-Politiker betonte, es liege eine - Zitat - "gute Woche" hinter der EU, in der unter anderem die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine begonnen worden seien. Außerdem habe man sich beim G7-Gipfel auf neue Sanktionen gegen Russland verständigt.
Das Gipfeltreffen in Brüssel wird heute fortgesetzt. Weitere Themen sind die Handelsbeziehungen mit China und der künftige EU-Haushalt.
Diese Nachricht wurde am 19.06.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
