Donnerstag, 18. August 2022

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Kritik an Super League
"Der Fan zahlt nach wie vor dieses Milliarden-Spektakel"

Die Reform der Champions League in Richtung einer Super League rückt immer mehr in den Fokus. Jetzt haben die 36 Profivereine der DFL die vorliegenden Pläne einstimmig abgelehnt. Man dürfe auch die Fans nicht vergessen, mahnte Georg Pangl, Generalsekretär der Vereinigung Europäischer Fußball-Ligen, im Dlf.

Georg Pangl im Gespräch mit Matthias Friebe | 18.05.2019

Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge (l.) und Andrea Agnelli, Chef von Juventus Turin und ECA-Vorsitzender
Streit um Super-Liga: Am 22. Mai treffen die 13 deutschen Mitglieder der Klubvereinigung ECA auf Initiative von Rekordmeister Bayern München den italienischen Verbandschef Andrea Agnelli. (dpa/picture alliance/ Keystone/AP Photo)
Die Gründung einer "European Super League" war bisher nur eine Drohkulisse einiger europäischer Top-Klubs. Konket geht es um eine Superliga in drei Klassen mit Auf- und Abstieg. Das bedeutet auch weniger Qualifikationsmöglichkeiten über die Ligen und größere Sicherheit für die Topclubs. Georg Pangl, Generalsekretär von European Leagues, dem Zusammenschluss der Ligen in Europa, kritisierte die Pläne im Dlf. Es bestehe die Gefahr, die nationalen Ligen extrem zu entwerten.
Fans nicht aus dem Blick verlieren
"Für uns, auch im Sinne der Fans und der Medien, ist das ein absolutes No-Go". Die 36 Mitgliedsligen würden in diesem Zusammenhang eine geschlossene Meinung vertreten: Die Werte der nationalen Ligen müssten behalten werden. "Fakt ist: Die nationalen Wettbewerbe sind nach wie vor das tägliche Brot."
Das würde von den Fans auch so gewünscht, um die es letztendlich gehe. Pangl kann sich nicht vorstellen, dass die Fans der großen Clubs gewillt seien, "jede Woche Spiele der Super League zu sehen". Man dürfe sie nicht vergessen, weil "der Fan zahlt nach wie vor dieses Milliarden-Spektakel."
Porträt des Österreichers Georg Pangl, Generalsekretär der Association of European Professional Football Leagues (EPFL).
Georg Pangl, Generalsekretär der Association of European Professional Football Leagues (EPFL) (dpa / Arne Dedert)
Auch wenn es um Einnahmen in Millionenhöhe gehe, zeige zum Beispiel Ajax Amsterdam, dass es auch mit weniger Geld funktioniere. Man müsse im Rahmen der europäischen Wettbewerbe auch darauf achten, "dass nicht eine Inzucht betrieben wird. Es soll jeder die Möglichkeit haben, sich für die Champions League zu qualifizieren."
Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.