
Der Vorsitzende Blumenthal-Beier sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, die damit einhergehende Bürokratie werde nicht zu bewältigen sein. Nach dem Willen von CDU, CSU und SPD sollen Beschäftigte ihrem Arbeitgeber künftig schon am ersten Tag einer Erkrankung eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Gleichzeitig sollen Ärzte diese nicht mehr telefonisch ausstellen können.
Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sprach von einer Zumutung, die an Unverschämtheit grenze. Wer krank sei, gehöre ins Bett - und nicht in eine übervolle Praxis. Der Sozialverband VdK sagte, die Regierung unterstelle den Menschen wieder einmal, den Sozialstaat zum Blaumachen auszunutzen. Nach Angaben der Betriebskrankenkassen liegt der Anteil telefonischer Krankschreibungen bei nur 0,85 Prozent.
Bundeskanzler Merz hatte die Verschärfung der Regeln mit einem gestiegenen Krankenstand begründet. Betriebe könnten allerdings auf eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ab dem ersten Tag verzichten.
Diese Nachricht wurde am 02.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
