Bundesparteitag
Kubicki neuer FDP-Vorsitzender - Sieg in Kampfabstimmung gegen Strack-Zimmermann

Die FDP hat Wolfgang Kubicki zum neuen Bundesvorsitzenden gewählt. Beim Parteitag in Berlin gewann der 74-Jährige in einer kurzfristig angesetzten Kampfabstimmung gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Für Kubicki stimmten 390 Delegierte, das entspricht 59,3 Prozent.

    Wolfgang Kubicki steht während des Bundesparteitags am Rednerpult.
    Wolfgang Kubicki (picture alliance / dts-Agentur / dts Nachrichtenagentur GmbH)
    Die Europa- und Verteidigungspolitikerin Strack-Zimmermann hatte sich am Nachmittag doch bereiterklärt, gegen den bisherigen stellvertretenden Parteichef Kubicki anzutreten. Sie wurde auf dem Parteitag von 33 Delegierten vorgeschlagen. Kubicki galt zuvor als einziger Kandidat. Am Ende erhielt Strack-Zimmermann gut 39 Prozent der Stimmen.
    Kubicki sprach im Sender Phoenix von einem ordentlichen Ergebnissen für beide Bewerber. Er betonte, die FDP sei eine durch und durch demokratische Partei, bei der man sich bis zum Schluss für eine Kandidatur entscheiden könne. Als nächste Herausforderung nannte er die im Herbst anstehenden Landtagswahlen.
    Zu stellvertretenden Parteivorsitzenden wählten die Delegierten den nordrhein-westfälischen FDP-Chef Höne, die Europa-Abgeordnete Hahn und die frühere Generalsekretärin Teuteberg.

    Debatte über künftige Ausrichtung und AfD

    Vor der Abstimmung hatte Kubicki erklärt, er sei froh darüber, dass die beiden "alten Schlachtrösser" der FDP ins Geschirr gingen. Zudem trat er Befürchtungen entgegen, er wolle die Partei weiter nach rechts rücken.
    Strack-Zimmermann erklärte, sie stehe nicht hier, um jemanden anzugreifen, sondern weil ihr die FDP wichtig sei. Die Freien Demokraten seien eine Partei, die den Wettbewerb liebe. Darüber hinaus wandte sie sich dagegen, eine parteiinterne "Brandmauer"-Debatte zu führen. Damit werde man keine Wähler der AfD zurückholen.
    Strack-Zimmermann warb für eine sozial-liberale Ausrichtung der Partei, Kubicki steht für einen anderen Kurs.

    Dürr für besseres Image

    Zum Auftakt des Parteitags hatte der scheidende FDP-Chef Dürr davor gewarnt, die Freien Demokraten nach den jüngsten Wahlniederlagen abzuschreiben. Sie hätten ihre Lehren gezogen und änderten sich, sagte Dürr. Die FDP wolle eine Partei des Fortschritts, der Zukunft und auch der Freundlichkeit sein.
    Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hatte die FDP den Wiedereinzug ins Parlament verpasst. Sie ist außerdem nur noch in sechs von 16 Landtagen vertreten.
    Diese Nachricht wurde am 30.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.