Koalition
Künftig nur noch zwölf Monate Elterngeld

Die Bundesregierung hat Pläne von Familienministerin Prien verteidigt, beim Elterngeld die Bezugsdauer zu senken. Ein Sprecher des Familienministeriums verwies in Berlin auf die Sparvorgaben von Finanzminister Klingbeil. Das Elterngeld sei der mit Abstand größte Posten im Etat des Familienministeriums und insofern sei man gezwungen, auch hier anzusetzen.

    Eine Familie geht mit einem Kinderwagen spazieren.
    Das Elterngeld ist von zentraler Bedeutung, um Familien zu stärken und Gleichstellung zu fördern, sagt Khan (picture alliance / dpa / APA / Helmut Fohringer)
    Prien will im Zuge der Reform des Elterngelds die maximale Bezugsdauer von derzeit 14 auf 12 Monate senken. Zudem soll das Elterngeldmodell so modifiziert werden, dass die sogenannten Vätermonate von zwei auf drei Monate erhöht werden. Derzeit kann die volle Dauer des Elterngelds nur ausgeschöpft werden, wenn ein Elternteil mindestens zwei Monate nimmt. Da das meist die Väter sind, wird umgangssprachlich von Vätermonaten gesprochen.
    Den Plänen zufolge soll außerdem der monatlich gezahlte Höchstbetrag auf 1.900 Euro steigen. Die Regelung, dass das Elterngeld bei 65 Prozent des Nettoeinkommens gedeckelt wird, bleibt bestehen. Der Gesetzentwurf geht nun in die Ressortabstimmung. 
    Eingeführt wurde das Elterngeld 2007. Die Einkommensgrenze liegt seit 1. April 2025 bei 175.000 Euro: Paare und Alleinerziehende mit einem zu versteuerndem Jahreseinkommen darüber bekommen die Leistung nicht mehr. 2025 bezogen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 1,61 Millionen Menschen Elterngeld, darunter 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer.
    Diese Nachricht wurde am 07.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.