
In einer Reihe von Versuchen bewies die Kuh mit dem Namen Veronika, dass sie in der Lage ist, Werkzeuge gezielt aufzuheben und zu ihrem eigenen Nutzen anzuwenden. So schnappte sie sich zum Beispiel einen länglichen Besen mit dem Maul und beugte dann den Kopf seitlich nach hinten, um sich damit zu kratzen. Juckte es sie weiter hinten, griff sie den Besen an der Bürstenseite und kratzte sich mit dem Stiel.
Damit ist nach Ansicht der Biologen Alice Auersperg und Antonio Osuna Mascaró von der Veterinärmedizinischen Universität Wien deutlich geworden, dass Nutztiere größere kognitive Fähigkeiten hätten als gemeinhin angenommen, wie sie in ihrer im Fachjournal ”Current Biology” erschienenen Studie schreiben.
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Veronika sei aber "kein Einstein unter den Kühen", sondern hätte lediglich das Glück gehabt, "als Haustier in einer anregenden Umgebung aufzuwachsen", betonten die Auersperg und Mascaró. Sie gingen davon aus, dass alle Kühe solche Fähigkeiten entwickeln könnten, wenn sie als Jungtiere mit Objekten interagieren und spielen dürften. Doch auch bei Pferden und Zebus wurden schon ähnliche Werkzeugfähigkeiten beobachtet.
Zebu (Bos indicus) und Hausrind (Bos taurus) haben sich bereits vor mehr als 500.000 Jahren evolutionär voneinander getrennt. Die Werkzeugfähigkeit könnte demnach nicht nur mit der Domestizierung beider Rinderarten zusammenhängen, sondern mit einem gemeinsamen Hang zur physischen Problemlösung, heißt es in der Studie.
Die Forschenden riefen dazu auf, ihnen weitere Berichte über Kühe und andere Nutztiere mit Werkzeug-Begabungen zu schicken, um dokumentieren zu können, wie weit diese Fähigkeiten verbreitet sind.
Diese Nachricht wurde am 20.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
