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Kulturmeldungen

Im Zeichen des europäischen Films wird sie stehen - die diesjährige Filmbiennale in Venedig, die Ende August beginnt. 13 von 20 Filmen im Hauptprogramm sind europäische Produktionen. Mit weihevollen Worten verkündete Festival-Leiter Moritz de Hadeln heute in Rom das Biennale-Programm: "Eine geografische Einheit wird gerade geschaffen, die über sprachliche Barrieren hinausgeht; in dieser Einheit wird unsere gemeinsame Vergangenheit zum Fundament und zur Quelle von Vitalität." Deutschland wird mit Margarethe von Trottas Film "Rosenstraße" im Wettbewerb vertreten sein. In ihrem ersten Kinofilm seit zehn Jahren erzählt von Trotta die Geschichte deutscher Frauen, die 1943 in der Berliner Rosenstraße friedlichen Widerstand gegen die Deportation ihrer jüdischen Ehemänner leisteten. Eröffnet wird das Festival mit Woody Allens neuestem Werk: "Anything else".

    "Alle die mich sehen, schätzen mich, aber die meisten schätzen mich jünger" - sagte der Kabarettist, Satiriker, Dichter, Kinderbuchautor und Entertainer Hansgeorg Stengel über sich selbst. Gestern Abend, am Tag seines 81. Geburtstages, ist Hansgeorg Stengel gestorben. Im thüringischen Greiz wurde er geboren, 1951 kam nach Berlin und wurde Redakteur der Satirezeitschrift "Frischer Wind", die ein paar Jahre später "Eulenspiegel" hieß. Stengel hat sich besonders für die Feinheiten und Spitzfindigkeiten der deutschen Sprache interessiert, die er in vielen Epigrammen, Wortspielen und Palindromen meisterlich zum Ausdruck gebracht hat. Die Wortspiele "AnnasusannA" und einen modernen "Struwelpeter" hat Hansgeorg Stengel für Kinder geschrieben.

    Morgen wird es fünf Jahre, dass die neue deutsche Rechtschreibung gültig wurde. Die Bilanz von Sprachexperten fiel heute unterschiedlich aus. So hat sich die Reform nach Meinung des Vorsitzenden der Gesellschaft für deutsche Sprache, Rudolf Hoberg, "insgesamt sehr positiv entwickelt". Nach Auffassung der zwischenstaatlichen Kommission aus Vertretern Deutschlands, Österreichs und der Schweiz steht der endgültigen Einführung der Rechtschreibereform im August 2005 nichts im Wege. Die Forschergruppe Deutsche Sprache in Berlin moniert dagegen, die deutsche Sprache habe die Reform nicht unbeschädigt überstanden. Anders als gedacht gebe es inzwischen mehr Fehler als vorher. Die Reform sein "reaktionär" und habe zu einer "Spaltung der Schriftsprache" geführt.

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