NSDAP-Kartei
Kulturwissenschaftlerin Assmann begrüßt aktuelle Entwicklungen in Erinnerungskultur zur NS-Zeit

Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann hat die Bedeutung von Gedenkstätten, Begegnungen und Nachforschung für die deutsche Erinnerungskultur zur NS-Zeit betont. Assmann sagte im Deutschlandfunk, mit der kürzlich veröffentlichten NSDAP-Mitgliedskartei sei aus einer Blackbox ein transparentes Angebot geworden.

    Porträt von Aleida Assmann, Professorin für Anglistik und Allgemeine Literaturwissenschaften an der Universität Konstanz, ausgezeichnet mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
    Die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann (picture alliance / Jörg Carstensen )
    Man müsse davon ausgehen, dass die Mehrheit der damaligen deutschen Gesellschaft darin enthalten sei. Sie werde gezwungen, die Geschichte ehrlicher und vollständiger zu erzählen.
    Assmann zitierte die Schriftstellerin Ingeborg Bachmann mit den Worten, die Wahrheit sei dem Menschen zumutbar, und formulierte das als Aufgabe für Deutschland. Die Vergangenheit anzuerkennen und weiterzugeben müsse Teil des nationalen Selbstbildes werden.
    Assmann, die Trägerin des Friedenspreises des deutschen Buchhandels ist, begrüßte auch die Errichtung konkreter Erinnerungsorte. Als Beispiel nannte sie die Pläne zum Denkmal für die polnischen Opfer des Zweiten Weltkriegs, das in Berlin umgesetzt werde soll. Erinnern brauche Stützen, es brauche Wiederholung und Riten, sagte sie.
    Diese Nachricht wurde am 03.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.