Bei den Kindern, die die ersten nachwachsenden Herzklappen erhielten, handelt es sich um den damals elfjährigen Alexandru Manea und die 13jährige Nina Col. Beide stammen aus Moldawien und beide litten an einer Herzklappenentzündung. Extrem abgemagert wurden sie im Mai 2002 im Universitätsklinikum der moldawischen Hauptstadt Chisinau operiert.
Diese Kinder würden mit großer Wahrscheinlichkeit heute nicht mehr leben, wenn sie diese Operation von uns nicht bekommen hätten.
Herzspezialist Professor Axel Haverich, Medizinische Hochschule Hannover, gehörte zum vierköpfigen Operationsteam. Aus Hannover stammen auch die nachgezüchteten Herzklappen. Ethische Einwände verneint Haverich, denn eigens für den Eingriff wurde in Chisinau eine Kommission gebildet:
In dieser Ethikkommission waren der Rektor der Universität, der Herzchirurg selbst, aber auch der Gesundheitsminister vertreten, und erst als das Votum der dortigen Ethikkommission erfolgt war, haben wir gesagt, unter diesen Bedingungen gehen wir diesen Schritt und machen diese Operation bei Kindern, die ohne dass wir wird dort aktiv geworden wären, aus Kostengründen, aber auch aus logistischen Gründen nicht hätten operiert werden können.
Ob die völlig neuartige Technik auch in Deutschland vor drei Jahren genehmigt worden wäre, lässt sich nicht beurteilen: Professor Haverich hatte damals noch keinen Antrag gestellt. Als die Anfrage aus Moldawien kam, gab es in Hannover lediglich Tierexperimente mit Ratten und 40 Schafen, die Dr. Serghei Cebotari durchführte.
Die Klappen werden in Bioreaktoren angesetzt. Und dann sind die Klappen rebesiedelt worden mit eigenen Zellen von den Patienten.
Cebotari - Sohn eines moldawischen Herzspezialisten – erprobt seit 1999 in Hannover die Nachzucht von Herzklappen, und er war es auch, der den weltweit ersten Einsatz beim Menschen anregte. Die Herzklappen stammen von verstorbenen Organspendern. Nach der Entnahme werden sie zunächst von den Gewebezellen befreit. Fachjargon: Dezellarisierung. Übrig bleibt die sogenannte "Matrix" – ein Gerüst aus organischen Polymeren – die nun mit den Blutzellen des Empfängers im Bioreaktor neu besiedelt wird. Dauer der ungewöhnlichen Klappenzucht: drei Wochen.
Wir haben die Klappen - die humanen Herzklappen - aus Moldawien herüber nach Hannover gebracht. Dann haben wir sie dezellarisiert. Nach drei Tagen haben wir das periphere Blut der Kinder darüber gebracht, Zellen isoliert, rebesiedelt, und dann nach drei Wochen nach Moldawien geflogen und die Klappen implantiert.
Vier Chirurgen implantierten die Klappen: zwei Deutsche, darunter Professor Haverich, der Chef der Moldawischen Herzklinik Cebotari und sein Sohn, der mit den Herzklappen aus Hannover per Flugzeug herbeieilte. Die Patienten erholten sich rasch. Doch nicht nur deswegen gilt der Eingriff als voller Erfolg. Mittlerweile steht fest, dass die nachgezüchteten Herzklappen sogar mitwachsen: eine Sensation! Haverich:
Nach allem, was wir jetzt wissen, wie die letzten Untersuchungsbefunde sind, gehe ich davon aus, dass diese Klappen bei diesen Kindern nie wieder angefasst werden müssen.
Herkömmliche mechanische Klappen können dagegen nicht mitwachsen. Die biologische Alternative – Herzklappen vom Rind oder Schwein – auch nicht. Kinder, die solche Herzklappen erhalten, müssen deshalb spätestens alle fünf Jahre erneut unter das Chirurgenmesser. Dr. Serghei Sebotari erklärt, dass mit einer Veröffentlichung gewartet werden sollte, bis feststand, dass die nachgezüchteten Herzklappen tatsächlich mitwachsen. Profssor Haverich, Herzspezialist aus Hannover, denkt jetzt an erste klinische Versuche auch in Deutschland. Bislang sind Alexandru Manea und Nina Col noch immer die einzigen Patienten – weltweit - die nachgezüchtete Herzklappen erhalten haben.
Was uns heute nur fehlt, ist eine Versicherung. Wir brauchen nur einen Versicherungsträger, der eine Probandenversicherung für diese Patienten abschließt, aber das ist ein Prozeß, der in den nächsten vier Wochen abgeschlossen sein wird. Wir haben bereits Zustimmung durch die Ethikkommission für die klinische Einführung.
Diese Kinder würden mit großer Wahrscheinlichkeit heute nicht mehr leben, wenn sie diese Operation von uns nicht bekommen hätten.
Herzspezialist Professor Axel Haverich, Medizinische Hochschule Hannover, gehörte zum vierköpfigen Operationsteam. Aus Hannover stammen auch die nachgezüchteten Herzklappen. Ethische Einwände verneint Haverich, denn eigens für den Eingriff wurde in Chisinau eine Kommission gebildet:
In dieser Ethikkommission waren der Rektor der Universität, der Herzchirurg selbst, aber auch der Gesundheitsminister vertreten, und erst als das Votum der dortigen Ethikkommission erfolgt war, haben wir gesagt, unter diesen Bedingungen gehen wir diesen Schritt und machen diese Operation bei Kindern, die ohne dass wir wird dort aktiv geworden wären, aus Kostengründen, aber auch aus logistischen Gründen nicht hätten operiert werden können.
Ob die völlig neuartige Technik auch in Deutschland vor drei Jahren genehmigt worden wäre, lässt sich nicht beurteilen: Professor Haverich hatte damals noch keinen Antrag gestellt. Als die Anfrage aus Moldawien kam, gab es in Hannover lediglich Tierexperimente mit Ratten und 40 Schafen, die Dr. Serghei Cebotari durchführte.
Die Klappen werden in Bioreaktoren angesetzt. Und dann sind die Klappen rebesiedelt worden mit eigenen Zellen von den Patienten.
Cebotari - Sohn eines moldawischen Herzspezialisten – erprobt seit 1999 in Hannover die Nachzucht von Herzklappen, und er war es auch, der den weltweit ersten Einsatz beim Menschen anregte. Die Herzklappen stammen von verstorbenen Organspendern. Nach der Entnahme werden sie zunächst von den Gewebezellen befreit. Fachjargon: Dezellarisierung. Übrig bleibt die sogenannte "Matrix" – ein Gerüst aus organischen Polymeren – die nun mit den Blutzellen des Empfängers im Bioreaktor neu besiedelt wird. Dauer der ungewöhnlichen Klappenzucht: drei Wochen.
Wir haben die Klappen - die humanen Herzklappen - aus Moldawien herüber nach Hannover gebracht. Dann haben wir sie dezellarisiert. Nach drei Tagen haben wir das periphere Blut der Kinder darüber gebracht, Zellen isoliert, rebesiedelt, und dann nach drei Wochen nach Moldawien geflogen und die Klappen implantiert.
Vier Chirurgen implantierten die Klappen: zwei Deutsche, darunter Professor Haverich, der Chef der Moldawischen Herzklinik Cebotari und sein Sohn, der mit den Herzklappen aus Hannover per Flugzeug herbeieilte. Die Patienten erholten sich rasch. Doch nicht nur deswegen gilt der Eingriff als voller Erfolg. Mittlerweile steht fest, dass die nachgezüchteten Herzklappen sogar mitwachsen: eine Sensation! Haverich:
Nach allem, was wir jetzt wissen, wie die letzten Untersuchungsbefunde sind, gehe ich davon aus, dass diese Klappen bei diesen Kindern nie wieder angefasst werden müssen.
Herkömmliche mechanische Klappen können dagegen nicht mitwachsen. Die biologische Alternative – Herzklappen vom Rind oder Schwein – auch nicht. Kinder, die solche Herzklappen erhalten, müssen deshalb spätestens alle fünf Jahre erneut unter das Chirurgenmesser. Dr. Serghei Sebotari erklärt, dass mit einer Veröffentlichung gewartet werden sollte, bis feststand, dass die nachgezüchteten Herzklappen tatsächlich mitwachsen. Profssor Haverich, Herzspezialist aus Hannover, denkt jetzt an erste klinische Versuche auch in Deutschland. Bislang sind Alexandru Manea und Nina Col noch immer die einzigen Patienten – weltweit - die nachgezüchtete Herzklappen erhalten haben.
Was uns heute nur fehlt, ist eine Versicherung. Wir brauchen nur einen Versicherungsträger, der eine Probandenversicherung für diese Patienten abschließt, aber das ist ein Prozeß, der in den nächsten vier Wochen abgeschlossen sein wird. Wir haben bereits Zustimmung durch die Ethikkommission für die klinische Einführung.