Donnerstag, 07. Juli 2022

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Kurzfilmtage Oberhausen
"Der Trailer ist ein Versprechen"

Bei den Kurzfilmtagen Oberhausen standen Trailer im Mittelpunkt. Die kurzen Clips seien eine "ewige Skizze", erläutert Filmkritiker Daniel Kothenschulte im Dlf. Den fertigen Film müsse man nicht kennen. Trailer seien allerdings auch dazu da, potentielle Besucher abzuschrecken - vom falschen Film.

Daniel Kothenschulte im Gespräch mit Michael Köhler | 07.05.2019

65. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen Coming soon! Die Sprache der Verlockung: Trailer zwischen Werbung und Avantgarde
Filmstill der 65. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen - Die Sprache der Verlockung: Trailer zwischen Werbung und Avantgarde (65. Internationale Kurzfilmtage Oberhausen / Courtesy of the Academy Film Archive )
Früher hieß ein Trailer Kinovorschau: Für das Publikum ist er der erste Anreiz, sich den Film anzusehen. Die Kurzfilmtage Oberhausen widmeten Trailern jetzt einen Schwerpunkt. Hier wurden Clips auf Zelluloid gezeigt, die die Academy of Motion Picture Arts and Science in Los Angeles aus ihrem Bestand kuratiert hatte.
"Leute abschrecken"
"Der Trailer ist ein Versprechen", berichtet Daniel Kothenschulte im Dlf. Trailer würden aber auch gemacht, um "Leute abzuschrecken, die falschen Filme zu sehen". Denn nichts sei für Hollywood schlimmer als jemand, der den Film schlecht finde und das weitererzähle.
Der Trailer sei auch eine "ewige Skizze", so Kothenschulte "weil man den fertigen Film nicht kennen muss. Was man sich vorstellt, ist dann in der Zwischenzeit der Film." Deswegen würde Jean-Luc Godard Trailer auch lieber mögen als ganze Filme und mache Filme, die aus Schnipseln bestünden.
Hitchcock-Trailer als Paradebeispiel
Einer der schönsten Trailer ist laut Kothenschulte der zu Alfred Hitchcocks "Psycho". Der Regisseur spricht ihn selbst in fast perfektem Deutsch; er wandert dabei durch die Kulissen und zeigt diese wie bei einer Ausstellung.