NS-Gedenken
KZ-Gedenkstätten Ravensbrück und Dachau erinnern an Tag der Befreiung

In den KZ-Gedenkstätten Dachau bei München und Ravensbrück in Brandenburg ist an die Befreiung der Lager vor 81 Jahren erinnert worden. An beiden Veranstaltungen nahmen auch ehemalige Häftlinge teil. In Ravensbrück erinnerte die Überlebende Janina Iwańska an ihre Besuche seit den 50-er Jahren.

    Besucher hinter dem Eingangstor an der KZ-Gedenkstätte Dachau.
    In Dachau und Ravensbrück wird heute an die Befreiung der Konzentrationslager gedacht. (imago-images / IPA Photo)
    Viele Jahre sei sie voller Hass, Trauer und Wut gegenüber den Deutschen gewesen, sagte Iwańska. Mit jeder Reise sei die Wut kleiner geworden, und heute komme sie nicht mehr nur zum Gedenken, sondern auch, um Freunde zu treffen. "Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass sich alle Völker, die einander feindlich gegenüberstehen, miteinander versöhnen - so wie ich mich mit den Deutschen versöhnt habe", betonte die ehemalige politische Gefangene.
    Brandenburgs Kultur- und Wissenschaftsministerin Schüle erklärte ebenfalls in Ravensbrück, der Gedenktag sei eine Mahnung dafür, den Mund aufzumachen, wenn Menschen ausgegrenzt, beleidigt oder bedroht würden. "Das 'Nie wieder' entscheidet sich in unserem Verhalten, jeden Tag."
    Das KZ Ravensbrück nördlich von Berlin war das zentrale Frauen-Konzentrationslager in Nazi-Deutschland. Zwischen 1939 und '45 waren dort mindestens 120.000 Frauen und Kinder inhaftiert. Am 30. April 1945 befreite die Rote Armee die 3.000 zurückgelassenen Häftlinge. In Dachau waren insgesamt etwa 200.000 Menschen inhaftiert. Mehr als 41.000 wurden ermordet, vor allem Juden sowie Sinti und Roma, Homosexuelle und Regimegegner. Am 29. April 1945 befreite die US-Armee die verbliebenen Häftlinge.
    Diese Nachricht wurde am 03.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.