Umgebindehäuser in Sachsen
Landeskonservator: Viele Bauten bedroht

Umgebindehäuser in der Oberlausitz sind durch Leerstand, Umbauten und Abriss nach wie vor in großem Maße bedroht. Sachsens Landeskonservator Alf Furkert fordert mehr Anstrengungen für den Erhalt der regionaltypischen Bauten.

    Ein Verein will dieses Umgebindehaus in Schirgiswalde vor dem Abriss retten.
    Ein typisches Umgebindehaus. (Deutschlandfunk/Iris Milde)
    Furkert zufolge wird ihr kultureller Wert zwar stärker anerkannt als früher. Allerdings fehle es mancherorts weiterhin an Bewusstsein dafür, dass mit jedem Verlust auch ein Stück regionaler Identität verschwinde. In Sachsen stehen rund 6.500 Umgebindehäuser auf der Denkmalliste, davon etwa 5.900 in den Landkreisen Bautzen und Görlitz. Rund 40 Prozent warten auf eine Instandsetzung.
    Nach Angaben des Konservators wurden seit den 1990er Jahren vor allem in touristisch oder kulturhistorisch bedeutenden Orten Gebäude saniert. Dazu beigetragen habe die vor mehr als 20 Jahren gegründete Stiftung Umgebindehaus.
    Vor 2004 seien im Schnitt noch um die 30 Häuser pro Jahr abgerissen worden. 
    Das Bauprinzip für Umgebindehäuser entstand durch eine Verbindung von Fachwerk, Blockbau und Massivbau. Die hölzerne Stützkonstruktion, das sogenannte Umgebinde, umschließt dabei bogenförmig die Blockstube.
    Diese Nachricht wurde am 31.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.