Sachsen-Anhalt
Landeszentrale für politische Bildung warnt vor "Kulturkampf" bei Regierungsübernahme der AfD

Die Landeszentrale für politische Bildung in Sachsen-Anhalt warnt vor einem

    Maik Reichel steht an einem Rednerpult und gestikuliert.
    Der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen Anhalt, Maik Reichel (picture alliance / Lino Mirgeler / dpa / Lino Mirgeler)
    "nie erlebten Kulturkampf" im Fall einer Regierungsübernahme der AfD nach der Landtagswahl im Herbst. Ihr Direktor, Reichel, sagte im Deutschlandfunk, er sei sich sicher, dass es dann eine Form von Zensur geben werde. Die AfD hatte Anfang der Woche ihren Entwurf für ein Regierungsprogramm vorgestellt.
    In dem knapp 160 Seiten umfassenden Papier nimmt der Bereich Kultur einen wichtigen Platz ein. In den Augen der AfD bedeute deutsche Kultur vor allen Dingen die Förderung rein deutscher Geschichte und Identität - positiver Geschichte, betonte Reichel. Der Grundkonsens über den Umgang mit dem Nationalsozialismus etwa werde durch die AfD aufgekündigt.
    Nach Einschätzung von Reichel will die Partei die staatlichen Kultur- und Bildungsangebote neu ausrichten - hin zu einer rein nationalen patriotischen Leitkultur. "Da geht es darum, dass nur deutsche Stücke noch auf den Markt kommen - also von Goethe, Schiller, Kleist oder anderen, die von der AfD als wertvoll betrachtet beachtet werden." Wenn sogenanntes "Staatsgeld" fließen solle, werde es sicherlich durch eine Art Zensur gehen. Theater und Opern müssten mit Eingriffen in ihre Spielpläne rechnen.
    Die Landeszentrale für politische Bildung wird in dem AfD-Entwurf als "linke Indoktrinationsanstalt" bezeichnet. Direktor Reichel wies diesen Vorwurf zurück.
    Man orientiere sich an dem Beutelsbacher Konsens. "Es gibt keine Beeinflussung."
    Nach den Plänen der Partei soll die Landeszentrale künftig als "Landesinstitut für staatspolitische Bildung" fungieren.
    Diese Nachricht wurde am 29.01.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.