"Angespannte geopolitische Lage"
Landkreise verlangen Anschlusslösung für Tankrabatt

Der Deutsche Landkreistag hat sich für weitere Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger angesichts hoher Energiepreise ausgesprochen. Die angespannte geopolitische Lage sei noch nicht durchgestanden und werde voraussichtlich auch nach Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni noch bestehen, sagte Verbandspräsident Brötel der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

    Das Bild zeigt mehrere Zapfsäulen an einer Tankstelle. Im Vordergrund sind vier Zapfpistolen zu sehen, daneben weitere unscharf im Hintergrund.
    Der Tankrabatt soll Benzin und Diesel günstiger machen. Laut ADAC kommt die Entlastung aber bisher nicht überall vollständig an. (Imago / HMB-Media / Marco Bader)
    Ob die Energiesteuersenkung verlängert, die Pendlerpauschale angehoben oder ein anderes Instrument gewählt werde, sei zweitrangig. Die Koalition müsse jedoch schon jetzt interne Gespräche über weitere Maßnahmen führen, betonte Brötel.
    Auch andere drängen auf eine Verlängerung des sogenannten Tankrabatts. Zuletzt stellten etwa die Landesregierungen von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern einen gemeinsamen Entschließungsantrag im Bundesrat. Nach ihren Vorstellungen soll die bislang bis Ende Juni begrenzte Senkung der Mineralölsteuer um 17 Cent erst dann auslaufen, wenn der Iran-Krieg beendet ist.
    Bundesverkehrsminister Schnieder hatte eine Verlängerung des Tankrabatts zuletzt nicht ausgeschlossen. Wirtschaftsexperten zweifeln allerdings an der Effizienz einer solchen Maßnahme. Laut ifo-Institut gaben die Tankstellen in den ersten Tagen der Steuersenkung bei Benzin durchschnittlich nur zwölf von 17 Cent an die Kunden weiter, bei Diesel waren es sogar nur vier Cent.
    Bundeskanzler Merz hatte gestern erklärt, die Regierung werde versuchen, insbesondere den Beschäftigten in Betrieben Erleichterung zu verschaffen. Details nannte er nicht. Zuvor war die geplante 1.000-Euro-Entlastungsprämie vom Bundesrat abgelehnt worden und damit vorläufig gescheitert.
    Diese Nachricht wurde am 10.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.