"Versagen auf allen Ebenen"
Lauterbach: Gefahr von Hitze wird von Bund, Ländern und Kommunen noch immer stark unterschätzt

Die Hitze und die damit verbundenen Gefahren werden nach den Worten des früheren Bundesgesundheitsministers Lauterbach noch immer stark unterschätzt.

    Das Foto zeigt Karl Lauterbach (SPD).
    Der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (picture alliance / dts-Agentur / -)
    Der SPD-Politiker sagte im Deutschlandfunk, das gelte für Bund, Länder und Kommunen. Man sei auf allen Ebenen nicht ausreichend vorbereitet. Dabei sei kein Kontinent von Hitze und Klimawandel so bedroht wie Europa. Was fehle, sei etwa der Umbau der Städte. Es gebe zu wenig Kälteräume und Grünanlagen. Wichtig sei, dass die Bevölkerung solche Maßnahmen einfordere. Lauterbach plädierte zudem für den Einsatz von Klimaanlagen im Sommer. Zwar hätten viele Menschen hier Vorbehalte. Es sei aber heute nicht zuletzt wegen der erneuerbaren Energien möglich, Klimaanlagen zu betreiben, ohne den Klimawandel zu beschleunigen.
    Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts sind wegen der Hitzewelle im Juni 5.100 Menschen gestorben. Die Zahl der Hitzetoten übertrifft damit bereits zur Jahresmitte die Werte der gesamten Vorjahre bis einschließlich 2020.
    Diese Nachricht wurde am 10.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.