Schwangerschaft
Lebenshilfe bekräftigt vor Bundestagsdebatte Kritik an Bluttests: Brauchen Gesellschaft, die Menschen mit Behinderungen willkommen heißt

Der Verein Lebenshilfe hat seine Kritik am flächendeckenden Gebrauch von Bluttests in der Schwangerschaft auf Trisomien wie das Down-Syndrom bekräftigt.

    Die ehemalige SPD-Gesundheitsministerin und Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe Ulla Schmidt
    Ulla Schmidt, Vorsitzende der Bundesvereinigung Lebenshilfe und Ex-Bundesgesdunheitsministerin (SPD) sieht Pränataltests auf Behinderungen kritisch.. (Archivbild) (Geisler-Fotopress / dpa)
    Wie befürchtet, sei dieser Test sehr schnell zur Routineuntersuchung geworden, sagte die Bundesvorsitzende und frühere Bundesgesundheitsministerin, Schmidt, dem Deutschlandfunk. Im Zusammenwirken von Ärztinnen und Ärzten mit werdenden Eltern scheine es inzwischen ein Einvernehmen darüber zu geben, solche Tests ohne besonderen Grund zu machen. Schmidt forderte eine Gesellschaft, die Menschen mit Beeinträchtigung willkommen heiße und werdenden Eltern die Ängste nehme. Die Familien müssten vielmehr alle Unterstützungsleistungen bekommen, die für ein gutes Leben notwendig seien.
    Der Bundestag berät heute über den sogenannten nichtinvasiven Pränataltest, kurz NIPT, der Schwangeren eine frühe Risikobestimmung für Trisomien per Blutprobe ermöglicht. Ein fraktionsübergreifender Antrag fordert eine Überprüfung des von den Krankenkassen bezahlten Tests.
    Diese Nachricht wurde am 20.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.