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Leerer StuhlDen Grundschulen in Deutschland gehen die Lehrer aus

Es werde das schlimmste Schuljahr seit 1990, prognostiziert Brunhild Kurth, Kultusministerin in Sachsen. Grund für die schlechten Aussichten sind der akute Mangel an Grundschullehrern im Land und seine Folgen: Unterrichtsausfall und überfüllte Klassen.

Moderation: Markus Dichmann | 12.08.2017

Eine leere Schultafel und eine Schultasche.
Wie konnte der Lehrermangel entstehen - und wie lässt er sich beheben? (imago / Ute Grabowsky)
Der Befund gilt aber praktisch für alle Bundesländer. In Bremen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, wo die Schule nach den Sommerferien schon wieder begonnen hat, werden Gymnasiallehrer zur Aushilfe an die Grundschulen geschickt, viele Klassen werden von kompletten Quereinsteigern unterrichtet. Nordrhein-Westfalen und Hessen drohen in die gleiche Situation zu geraten, in Bayern wurde schon Wochen vor dem Schulstart vielen Lehrern die Pensionierung untersagt.
Campus & Karriere fragt: Wie dramatisch ist die Situation an den Grundschulen wirklich? Wie konnte der Lehrermangel entstehen? Wie lässt er sich beheben? Helfen die vielen Notlösungen weiter, oder verschlimmern sie die Situation? Warum fehlen ausgerechnet Grundschullehrer? Und muss die Lehrerausbildung entsprechend angepasst werden?
Zu Gast in der Sendung:
  • Ilka Hoffmann, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
  • Hans Brügelmann, Grundschulverband, Erziehungswissenschaftler
  • Klaus Klemm, Erziehungswissenschaftler und Arbeitsmarktexperte
  • Alexander Lorz, Kultusminister in Hessen [angefragt]
Beitrag in der Sendung:
Claudia Euen
Akuter Notstand
Wie sieht die Lage in Sachsen aus, das laut Kultusministerin Kurth vor dem schlimmsten Schuljahr seit 1990 steht?
Almuth Knigge
Notlösungen
Bremen und Niedersachsen schicken trotz heftiger Kritik Gymnasiallehrer an die Grundschulen
Eine Sendung mit Hörerbeteiligung über Telefon 00800 / 44 64 44 64 oder per Mail: campus@deutschlandfunk.de