Medien
"Leipziger Appell" öffentlich-rechtlicher Sender für Informationsfreiheit

Die öffentlich-rechtlichen Sender aus Deutschland und Österreich fordern eine entschlossene Verteidigung der für die Demokratie unerlässlichen Medien- und Informationsfreiheit. In ihrem "Leipziger Appell", der von einigen anderen Medien und Organisationen mitgetragen wird, erinnern sie zunächst an das warnende Beispiel der beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts.

    Das Bild zeigt Mikrofone unter anderem von ARD und ZDF.
    Symbolbild zum Thema Öffentlich Rechtlicher Rundfunk (picture alliance / Flashpic / Jens Krick)
    Heute stünden die Unabhängigkeit der Medien und der uneingeschränkte Zugang zu Informationen auf neue Weise unter Druck. Genannt werden hier etwa die Polarisierung begünstigenden Algorithmen globaler Digitalkonzerne und systematische Angriffe populistischer Kräfte auf den freien Journalismus. Millionen Menschen würden in den sozialen Medien einer "verzerrten Abbildung gesellschaftlicher Wirklichkeit" begegnen. Zudem werde das Vertrauen in freie Medien systematisch angegriffen.

    "Lehren der dunkelsten Kapitel"

    Konkret ruft der Appell Medien, Politik und Gesellschaft dazu auf, den täglichen Einsatz für Pressefreiheit sowie Rundfunk- und Informationsfreiheit als gemeinsame Verpflichtung zu verstehen. Diese Fundamente der Verfassung seien "Lehren der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte im Nationalsozialismus". Zudem sei der Ruf nach freien Medien eine wesentliche Forderung der friedlichen Revolution von 1989 in der DDR gewesen.

    Selbstverpflichtung und breite Unterstützung

    Der "Leipziger Appell", den auch Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue unterschrieben hat, beinhaltet eine Selbstverpflichtung. Dabei geht es um den Schutz der Presse- und Informationsfreiheit und die Abwehr politischer oder wirtschaftlicher Einflussnahme. Ein weiterer Punkt ist die Förderung der Medienkompetenz mündiger Bürgerinnen und Bürger in einer fragmentierten und rasant wachsenden Informationswelt.
    Zu den fast 30 Unterzeichnenden gehören neben dem Deutschlandradio unter anderem auch alle ARD-Rundfunkanstalten, die Deutsche Nationalbibliothek, die Deutsche Welle, der Deutsche Journalisten-Verband, das ZDF und der Evangelische Medienverband in Sachsen.
    Diese Nachricht wurde am 20.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.