Kultur
Leipziger Buchmesse mit Preisverleihung eröffnet - Proteste gegen Kulturstaatsminister Weimer

Begleitet von Protesten gegen Kulturstaatsminister Weimer ist die Leipziger Buchmesse eröffnet worden. Traditionell wurde zum Auftakt der Buchpreis zur Europäischen Verständigung verliehen.

    Ein Plakat wirbt für die Leipziger Buchmesse, im Hintergrund steht der Panorama Tower.
    Die Leipziger Buchmesse ist eröffnet. (Jennifer Brückner/dpa)
    Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung erhielt der kroatisch-bosnische Schriftsteller Miljenko Jergovic für sein Werk "Das verrückte Herz. Sarajevo Marlboro Remastered".
    Vor dem Leipziger Gewandhaus protestierten mehrere hundert Menschen gegen die Kulturpolitik von Kulturstaatsminister Weimer. Dieser steht in der Kritik, weil er Einfluss auf die diesjährige Vergabe des Buchhandlungspreises ausgeübt hatte; die im Rahmen der Messe geplante Gala wurde abgesagt.
    Weimer verteidigte in seiner Rede in Leipzig sein Vorgehen. Er habe sein halbes Leben für die Meinungsfreiheit als Journalist und Verleger gekämpft. "Die Kategorie der Freiheit und die Kategorie der Förderung aber sind zwei ganz unterschiedliche Dinge." Wenn es um eine aktive Förderung mit Steuergeld gehe, habe der Staat eine Sorgfaltspflicht. Der Staat solle alle Extremisten gleichermaßen ablehnen: Rechte, Linke, Islamisten. Weimers Rede wurde immer wieder von Zwischen- und Buhrufen unterbrochen.

    Mehr als 2.000 Verlage

    An der Buchmesse in Leipzig beteiligen sich mehr als 2.000 Verlage und Medienunternehmen aus 54 Ländern. Erwartet werden rund 300.000 Gäste. In diesem Jahr gibt es kein spezielles Gastland. Schwerpunkt ist die Literatur des Donauraums.
    Die Leipziger Buchmesse öffnet am Donnerstag für Besucher. Dann wird auch der Preis der Leipziger Buchmesse in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung verliehen. Die Messe dauert bis Sonntag.
    Diese Nachricht wurde am 18.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.