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Leuchttürme für Lehrer

Gerade haben die Kultusminister der Länder auf ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, sich energischer um die Entwicklung der Lehrerbildung zu kümmern, da legt der Bund nach und schlägt eine Exzellenzinitiative für die Lehrerbildung vor - nach dem Vorbild der Exzellenzinitiative für Spitzenuniversitäten.

Von Jürgen König | 15.03.2012

Nach einem gemeinsamen Beschluss von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, CDU - und anderen Bildungsexperten aus der Union und der FDP, soll auch diese Exzellenzinitiative zunächst auf fünf Jahre angelegt und gegebenenfalls um weitere fünf Jahre verlängert werden. 16 Millionen Euro stellt der Bund dafür jährlich zur Verfügung - mit dem Geld sollen an deutschen Hochschulen zwischen 10 und 16 Zukunftskonzepte der Lehrerbildung gefördert werden. Schon lange beklagen Bildungsforscher und -politiker die Uneinheitlichkeit der Lehrerausbildung; schon lange mahnt Annette Schavan konkrete Schritte an, um Abhilfe zu schaffen.

"Es gibt ja ein gutes Beispiel in der beruflichen Bildung. Der Schreiner, der Mechatroniker, egal, wo er ausgebildet wird, seine Ausbildung ist in allen Ländern in Deutschland anerkannt. Ja, wir haben jetzt sogar ein Gesetz zur Anerkennung der im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse. Und in der Tat: Das sind ja Beispiele, wie wichtig Vergleichbarkeit in der globalen Welt ist und im beruflichen System: dass das auch geht, ohne die föderale Ordnung zu stören. Die berufliche Bildung ist ein Vorbild; es muss sich durchsetzen: der Föderalismus wird nicht schwächer durch vergleichbare Abschlussprüfungen und Mobilität der Lehrer, sondern er wird stärker, weil deutlich wird, der Föderalismus erfüllt auch die Erwartungen, die Menschen heute in einer globalen Welt haben."

Die Ziele der Kultusministerkonferenz sind es, länderübergreifend zu einer einheitlichen oder doch einheitlicheren Organisation der Lehrerbildung zu kommen - ist es doch wegen unterschiedlicher Ausbildungsstandards nach wie vor ein Problem für Lehrer, von einem Bundesland in ein anderes zu wechseln. Auch sollen die Hochschulen zu besseren Strukturen in der Lehrerbildung kommen. Während ihres Studiums sollen die Studenten besser und gezielter beraten werden und der Praxisbezug in der Lehrerbildung soll deutlich erhöht werden. Etwa sollen die Lehramtsstudenten besser auf heterogene Klassen vorbereitet werden, sind doch im Zeitalter der Inklusion etwa Schulklassen keine Seltenheit mehr, in denen behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden.

All diese Ziele sind auch die des Bundes. Doch zielt die Exzellenzinitiative ausdrücklich darauf ab, im "Wettbewerb der besten Ideen und Maßnahmen" Spitzeninstitute der Lehrerbildung an den Hochschulen zu entwickeln, von "Leuchttürmen" ist auch hier die Rede; die FDP strebt darüber hinaus auch eine "Exzellenzinitiative frühkindliche Bildung" an.

Details zur Exzellenzinitiative für die Lehrerbildung stehen noch nicht fest. Anrufe in verschiedenen Hochschulzentren für Lehrerbildung ergaben allerdings, dass man sich dort - wen wundert's - schon jetzt sehr über die Initiative freut.