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UNO-Sicherheitsrat
Libanon wirft Israel Terrorismus vor

Libanons Außenminister Habib hat Israel im UNO-Sicherheitsrat Terrorismus vorgeworfen.

    Abdallah Bou Habib, Außenminister des Libanon, sitzt an einem Tisch.
    Libanons Außenminister Bou Habib (Archivbild) (Michael Kappeler / dpa / Michael Kappeler)
    Die massenhaften Explosionen von Pagern und Walkie-Talkies mit dutzenden Toten und Tausenden Verletzten seien ohne Rücksicht darauf ausgelöst worden, wer die Geräte trage oder wo sich diese Personen befunden hätten, sagte er bei einer Dringlichkeitssitzung. Die Hintergründe sind unklar. Israels UNO-Botschafter Danon lehnte Stellungnahmen ab. Der Menschenrechtskommissar der Vereinten Nationen, Türk, sprach von Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Der Völkerrechtler Claus Kreß meinte im Interview der Woche des Deutschlandfunks, sollte der Staat Israel verantwortlich sein, wäre das "höchst problematisch". Der britische Nahostexperte Fawaz Gerges bezweifelte einen nachhaltigen Erfolg des Angriffs. Wer das Innere der Hisbollah kenne, wisse, dass dieser Angriff ihren Widerstand noch entschlossener werden lasse, sagte er dem Wall Street Journal. Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg kritisierte, Israels Regierung habe nicht das politische und intellektuelle Rüstzeug, um zu sehen, dass zur Beendigung des Kriegs eine politische Perspektive nötig sei. Hisbollah-Chef Nasrallah hatte gesagt, der Beschuss Nordisraels könne erst aufhören, wenn der Gazakrieg gestoppt sei.
    Diese Nachricht wurde am 21.09.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.