Archiv


Liebe in Zeiten der Virtualität: Sexualität in der Konsumgesellschaft

Der Glaube an die emanzipatorische Kraft des Sex, den Herbert Marcuse und die 68er-Generation einst hegten, erscheint uns heute wie aus grauer Vorzeit entsprungen. Längst ist die Sexualität ohne Wenn und Aber vom Markt erfasst, ist sie zur eigentlichen Energiequelle für grenzenlose Flexibilität und Mobilität des Ökonomischen geworden. Es scheint, als füge sich der archaischste Trieb des Menschen naht- und widerspruchslos in die avanciertesten technisierten Lebensformen. Der Terror der veröffentlichten Liebe, der Exhibitionismus der Mediengesellschaft, die Virtualisierung des Körperlichen und die Radikalisierung des Narzissmus sind gesellschaftliche Symptome für eine sexuelle Revolution mit ganz anderen Vorzeichen. Zugleich bedarf das gepanzerte Individuum immer stärkerer Reize, um überhaupt noch etwas zu empfinden.

    In einer siebenteiligen Gesprächsreihe mit Experten fragt Stefan Fuchs nach der "Liebe in Zeiten der Virtualität".