
+++ In Berlin ist die Linke bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus stärkste Kraft geworden.
Nach Auszählung fast aller Gebiete kommt die Partei auf 25,7 Prozent der Stimmen, mit einem Plus von 13,5 mehr als doppelt so viele wie bei der letzten Wahl. Die bisherigen Regierungsparteien CDU und SPD verloren deutlich. Die CDU kommt nur noch auf 18,8 Prozent, minus 9,4. Für die SPD stimmten 12,1 Prozent, minus 6,3. Drittstärkste Partei hinter der CDU wurde die AfD mit 16,1 Prozent, das ist ein Zuwachs von 7,0 Punkten. Dann folgen die Grünen mit 14,3 Prozent, minus 4,1. BSW (4,7) und FDP (2,5) blieben unter der Fünf-Prozent-Hürde. Die sonstigen Parteien kamen zusammen auf 5,7 Prozent.
+++ SPD-Politikerin Giffey nicht wieder im Abgeordnetenhaus.
In ihrem Wahlkreis in Rudow im Bezirk Neukölln verpasste die Senatorin für Wirtschaft ein Direktmandat, wie aus der Ergebnispräsentation der Landeswahlleitung hervorgeht. Sie unterlag demnach mit 26,3 Prozent knapp dem CDU-Kandidaten Schenk, der auf 27,7 Prozent kam. Bei der Aufstellung der Bezirksliste war die Politikerin nicht berücksichtigt worden.
+++ Neue ARD-Hochrechnung: BSW nicht im Abgeordnetenhaus
Laut der neuen Hochrechnung von infratest dimap für die ARD kommt das BSW nur noch auf 4,8 Prozent und würde damit den Einzug in das Abgeordnetenhaus verpassen. Damit hätten rechnerisch auch CDU, Grüne und SPD eine Regierungsmehrheit.
+++ Linken-Bundesvorsitzende Schwerdtner: "Wahnsinn", dass Bundeskanzler Merz an seiner Reformpolitik festhält
"Wie kann man sich nach den jüngsten Wahlergebnissen hinstellen und sagen, dass es so weitergeht wie bisher?", fragte Schwerdtner im ZDF. Die Linke werde schon am kommenden Wochenende mit den Gewerkschaften auf die Straße gehen und weiter dagegen demonstrieren.
+++ Nach Ansicht des Grünen-Spitzenkandidaten Graf muss der Berliner Volksentscheid aus dem Jahr 2021 zur Enteignung großer Wohnungskonzerne nun umgesetzt werden.
"Wir haben natürlich einen Auftrag, diesen Volksentscheid umzusetzen", sagte Graf. Darauf dringt auch die Linken-Spitzenkandidatin Eralp. Die SPD - der potenzielle dritte Koalitionspartner in einem rot-grün-roten Bündnis - lehnt Enteignungen hingegen ab. Das könnte zu einem Streitpunkt in möglichen Regierungsverhandlungen werden.
+++ Der Zentralrat der Juden zeigt sich besorgt angesichts des absehbaren Wahlsiegs der Linken in Berlin.
Die Partei sei im Wahlkampf wiederholt mit antisemitischen Grenzüberschreitungen aufgefallen, erklärte Zentralratspräsident Schuster. Er appelliere an SPD und Grüne, der Partei nicht ins Rote Rathaus zu verhelfen. Grünen-Parteichef Banaszak knüpft Gespräche mit Linken an ein "klares Statement gegen Antisemitismus".
+++ Die Linke hat laut ARD-Hochrechung Stimmen von den Grünen und der SPD gewonnen und vor allem Nichtwähler mobilisiert.
Zudem hätten überdurchschnittlich viele junge Menschen die Linke gewählt, heißt es bei infratest-dimap.
+++ CDU-Spitzenkandidat Evers spricht von "gemischten Gefühlen".
Evers erklärte auf der Wahlparty seiner Party, das Ergebnis in Berlin sei kein Grund zur Freude. Die CDU habe sich aber erfolgreich gegen einen Abwärtstrend gestemmt. Für die Ausgangslage sei es ein ordentliches Ergebnis.
+++ AfD-Spitzenkandidatin Brinker: "Werden wichtige Rolle in der Opposition spielen"
Brinker sagte im ARD-Fernsehen, man könne künftig viele Themen auf die Tagesordnung zu bringen.
+++ Kanzler Merz hält CDU-Abschneiden in Berlin für "ordentlich".
Merz trat nach der Sitzung des Parteipräsidiums vor die Presse. Er betonte, die Regierung werde an ihren Reformvorhaben festhalten.
+++ SPD-Spitzenkandidat Krach: "Katastrophales Ergebnis"
Krach räumte eine deutliche Niederlage der Sozialdemokraten ein. Er sprach von einer Zäsur für die Partei. Man habe es nicht geschafft, die Menschen in Berlin zu erreichen.
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Diese Nachricht wurde am 21.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
