Auswertung
Linken-Abgeordnete schwänzen Bundestagssitzungen am häufigsten

Abgeordnete der Linksfraktion fehlen nach einer "Spiegel"-Auswertung am häufigsten bei den Sitzungen im Bundestag. Pro Sitzungstag fehlten in der laufenden Legislaturperiode im Schnitt rund zehn Prozent der Linken-Abgeordneten entschuldigt, wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet.

    Der bis auf einige Abgeordnete der AfD und Angehörige des Präsidiums leere Plenarsaal nach dem verlorenen ersten Wahlgang der Kanzlerwahl.
    Bundestag: Viele Abgeordnete fehlen laut Spiegel bei Sitzungen (Symbolbild) (Sebastian Gollnow/dpa)
    Bei der AfD waren es demnach 7,5 Prozent und bei den Grünen 6,8 Prozent der Abgeordneten. Deutlich seltener meldeten sich SPD- und Unionsabgeordnete ab, in beiden Fraktionen fehlten weniger als fünf Prozent der Abgeordneten pro Sitzungstag.
    Für die Analyse hat der "Spiegel" die Sitzungsprotokolle der aktuellen Wahlperiode sowie die Listen von 46 namentlichen Abstimmungen ausgewertet. Dabei wurden Fraktionsaustritte sowie ausscheidende und nachrückende Abgeordnete berücksichtigt. 
    Auch bei namentlichen Abstimmungen liegen Linke-Abgeordnete bei den Fehltagen vorn: Je Votum fehlte im Schnitt beinahe jeder fünfte Abgeordnete der Partei, bei der AfD fast jeder Siebte und bei den Grünen rund jeder Neunte. Vorbildlicher waren bislang Unions- und SPD-Abgeordnete, hier fehlte lediglich etwa jeder 20. Abgeordnete. Als Grund dafür nennt der "Spiegel" die Disziplin der Regierungsparteien, die in dieser Wahlperiode besonders wichtig sei.
    Schwarz-Rot hat im Parlament nur zwölf Stimmen über der absoluten Mehrheit, eine kleine Erkältung oder ein Termin daheim im Wahlkreis könnte so rasch zum Problem für die Koalition werden.
    Der Fehlzeiten-Spitzenreiter im Bundestag ist Sieghard Knodel. Der Baden-Württemberger wurde vor einem Jahr für die AfD in den Bundestag gewählt, trat dann aber aus der Partei aus. Nun kommt der fraktionslose Abgeordnete bereits auf offiziell 44 entschuldigte Fehltage, nur an fünf der 46 namentlichen Abstimmungen hat er teilgenommen.
    Diese Nachricht wurde am 09.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.