
Ein Forschungsteam aus Großbritannien hat die Entwicklung von Kindern untersucht, die während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr 2020 geboren wurden. Wie die Fachleute im British Medical Journal darlegen, schneiden die Kinder als Vierjährige bei den Hirnfunktionen zur Steuerung des Verhaltens, der Aufmerksamkeit und der Gefühle schlechter ab als der Durchschnitt der Jahrgänge vor der Pandemie. Sie könnten zum Beispiel schlechter an einer Aufgabe dranbleiben, sich weniger gut an Anweisungen erinnern oder ihr Verhalten anpassen. Außerdem sind sie leichter ablenkbar und können sich nicht so gut mit Worten ausdrücken.
Als Ursache vermuten die Forschenden, dass die Kinder in der Pandemie deutlich weniger Kontakt zu Menschen außerhalb der Kernfamilie hatten. Sie weisen aber darauf hin, dass die Studie zunächst lediglich einen statistischen Zusammenhang zeige und keinen Beweis für die These darstelle. Allerdings könnten ihre Ergebnisse nach Ansicht der Experten dabei helfen, den Förderbedarf der Lockdown-Geborenen besser einzuschätzen.
Diese Nachricht wurde am 15.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
