Rückzug von Wissler und Schirdewan
Lötzsch: "Linken-Vorsitzende haben Fehler im Europawahlkampf gemacht"

Nach Ansicht der Linken-Politikerin Lötzsch haben die scheidenden Parteivorsitzenden Schirdewan und Wissler Fehler im Europawahlkampf gemacht. Die Entscheidung, das Thema Krieg und Frieden nicht in den Mittelpunkt zu stellen, sei der Hauptgrund für die Stimmenverluste bei der Wahl gewesen, sagte Lötzsch im DLF. Sie plädierte für eine andere strategische Ausrichtung.

    Gesine Lötzsch trägt eine farbige Jacke und roten Lippenstift
    Die Linken-Politikerin Lötzsch fordert ein eindeutiges Bekenntnis ihrer Partei zum Frieden. (picture alliance / Geisler-Fotopress / Bernd Elmenthaler)
    Die Linke müsse wieder "die entschlossene Friedenspartei werden" und gemeinsam mit der Friedensbewegung die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen verhindern, forderte die stellvertretende Gruppenvorsitzende im Bundestag im Deutschlandfunk. Russlands Präsident Putin habe zwar ein großes Verbrechen begangen mit den Überfall auf die Ukraine, die Eskalation dürfe aber nicht mit Waffen fortgesetzt werden.

    Kritik an Sahra Wagenknecht

    Lötzsch kritisierte das BSW, an das die Linke bei der Europawahl viele Stimmen verloren hatte: Es sei falsch von Parteigründerin Wagenknecht gewesen, die Linke zu spalten, denn in der Folge würden rechte Parteien erstarken. Zudem ziele die restriktive Migrationspolitik des BSW auf arme Gruppen in der Bevölkerung. Das sei für die Linke nicht hinnehmbar.

    Verschiedene Personen für den Linken-Vorsitz im Gespräch

    Ein Nachfolgeduo zu finden werde schwierig, erläuterte Hauptstadtkorrespondent Johannes Kuhn im DLF. Dem festgelegten Proporz zufolge muss mindestens eine Frau im Duo vertreten sein, sowie je eine Person aus dem Westen und aus dem Osten. Als Kandidat werde unter anderem Jan van Aken gehandelt, der als Abrüstungsexperte wieder gefragt sei. Allerdings, so Kuhn, sei dieser in der Vergangenheit auch Teil parteiinterner Konflikte gewesen. Im Gespräch für die Parteispitze seien außerdem Benjamin-Immanuel Hoff, Chef der Thüringer Staatskanzlei, die sächsische Bundestagsabgeordnete Clara Bünger sowie Ines Schwerdtner, sächsische Europawahlkandidatin.
    Diese Nachricht wurde am 20.08.2024 im Programm Deutschlandfunk gesendet.