Freitag, 19. August 2022

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Ludwigsburger Schlossfestspiele 2016
Gipsy Barock

Festes, steifes Hofzeremoniell und Etikette gaben im europäischen Adel des Barock den Ton an; auch für die Musik galten oft strenge Regeln. Doch genauso, wie Könige oder Fürsten sich Freiräume schafften, liebten die Komponisten der damaligen Zeit hin und wieder auch unkonventionelle "wilde" Klänge.

Am Mikrofon: Christiane Lehnigk | 06.11.2016

    Die Blockflötistin Dorothee Oberlinger und der Dirigent Vittorio Ghielmi
    Stars der Alte-Musik-Szene: Dorothee Oberlinger und Vittorio Ghielmi (Johannes Ritter)
    Der Gambist Vittorio Ghielmi hat sich mit der Blockflötistin Dorothee Oberlinger und dem Geiger Alessandro Tampieri bekannte Interpreten der Alte-Musik-Szene in sein Ensemble geholt, die mit ihrer Virtuosität die kulturelle Vielfalt vergangener Zeiten wiederaufleben lassen. Eine Begegnung mit ganz anderen musikalischen Traditionen stellen hingegen der Geiger Stano Palúch und der Zymbal-Spieler Marcel Comendant dar. Die beiden Musiker sprengen mit den Klängen von Gipsy-Swing und osteuropäischer Folklore die Genregrenzen. Ihr unkonventioneller Zugang zur barocken Musik bringt eben jene wilde Anmut zutage, die bereits Telemann und seine Zeitgenossen in ihren Bann gezogen hat. Polnische und böhmische Musiker hatten damals einen starken Einfluss auf die großen deutschen Komponisten, die "Barbarische Schönheit" wurde zum Faszinosum.
    Gipsy Barock
    Werke von Georg Philipp Telemann, František Jiránek, Johann Adolf Hasse, Johann Gottlieb Graun u.a.
    Graciela Gibelli, Sopran
    Dorothee Oberlinger, Blockflöte
    Alessandro Tampieri, Violine
    Stano Palúch, Zigeunergeige
    Marcel Comendant, Zymbal
    Il Suonar Parlante
    Vittorio Ghielmi, Leitung und Viola da gamba
    Aufnahme vom 21. Mai 2016 aus dem Residenzschloss, Ordenssaal