Dienstag, 18.12.2018
 
Seit 14:35 Uhr Campus & Karriere
StartseiteCorsoLuftiger Tagesschaum11.06.2013

Luftiger Tagesschaum

Die neue Satireshow von Friedrich Küppersbusch

Mit gewohnter Selbstironie und Wortwitz präsentiert Friedrich Küppersbusch in seiner neuen Sendung das Tagesgeschehen im Schnelldurchlauf. Die erste Folge des "Tagesschaums" startete jedoch mit einigen kleineren Pannen.

Von Ulrich Biermann

Küppersbusch präsentiert "Tagesschaum" drei Mal wöchentlich. (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)
Küppersbusch präsentiert "Tagesschaum" drei Mal wöchentlich. (dpa / picture alliance / Horst Galuschka)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast

"Noch 104 Tage bis zur Bundestagswahl, hier ist der Schurkensender ihres Vertrauens, hier ist der gute Onkel, herzlich willkommen zu Tagesschaum."

Da ist er wieder. Friedrich Küppersbusch, rasant formulierend, schnell denkend, mit Worten jonglierend. Und wie gewohnt:

"Ja jetzt nicht den Kindern sagen: Da ist ein Sozialkundelehrer ohne Haare, den dürft ihr nicht sehen."

Selbstironisch. Auch, man musste es erwarten - alles andere wäre Enttäuschung - bezogen auf das Medium. Wie schon der Titel verspricht: Tagesschaum. Das Aufgequirlte aus 24 Stunden, die luftige Nachrichtenzabaione, schnell geschlagen, heiß serviert, und ...

"Wusch"

Huch, was war das? Rasch verputzt. Elf Minuten Tagesgeschehen im Schnelldurchlauf. Drohnen, Daten und designierte Demokraten. Steinbrücks Schattenkabinett:

"SPD-Inkontinenzteam"

Okay, der Gag war naheliegend. Aber die trashige Note gehörte auch schon bei "ZAK" und "Privatfernsehen" dazu. Wohltuend und angemessen, die schnellen politischen Unkorrektheiten und die festen Fakten unterm Schaum.

"Die gute Nachricht: Steinbrück hat einen neuen Sprecher. Die schlechte: Es ist Rolf Kleine. Früher bei der BILD-Zeitung, aber jetzt gerade Pressesprecher der Deutschen Annington. Das ist eine Immobilienfirma und die gehört zu einer Londoner Heuschrecke."

Tagesschaum liefert nach, legt nach, komprimiert und bläst nicht auf. Endlich mal wieder. So weit, so gut. Es war die erste Sendung mit kleinen Ton- und Schnittpannen, unsauberen Grafikeinsätzen und einem manchmal nicht sehr glücklich ins Bild gesetzten Moderator. Dazu dann unmotiviert oder zu dezent eingespielte Geräusche, die wohl als weitere Kommentarebene funktionieren sollen. Wenn man sie dann hört und versteht. Ebenso wie manche Gags.

"Das Thema mit den Mieterproblemen macht die CDU-Chefin übrigens auch (unverständlich) Mietnomaden."

Küppersbusch ist schnell, das weiß man, aber Geschwindigkeit erhöht nicht die Dichte an Pointen, besonders wenn die ziseliert formuliert sind. Da könnte man Druck aus der Sendung nehmen. Den sah man dem Debüt schon an, etwa beim Zusammenschnitt von Politikerstimmen zu Thomas de Maizière, gut gedacht, zu schnell gemacht. Es sah aus wie Radio und hörte sich nicht an wie Fernsehen. Gute Collagen brauchen halt Zeit.

Wusch allein reicht nicht, und husch-wusch-weg, das will Tagesschaum auch wohl kaum, zu gut sind die Ideen, die Rubriken – wie: "Irgendwas mit Hitler" oder "Die besten Menschen der Welt" und der Moderator. Bis hierher: Vielen Dank!

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk