Donnerstag, 09. Februar 2023

Luftverschmutzung in China
Täglich sterben 4.000 Menschen

38 Prozent des Milliardenvolkes atmen schlechte Luft ein und werden dadurch krank. Die Chinesen erleiden tödliche Herzinfarkte oder Schlaganfälle, kämpfen mit Lungenkrebs und Asthma - und saubere Luft ist bislang im bevölkerungsreichsten Land der Erde nicht zu erwarten.

14.08.2015

    Chinesische Familie lauft mit Atemschutz durch China ( 27.03.2014)
    1,6 Millionen Menschen sterben in China jährlich an den Folgen der hohen Luftverschmutzung. (dpa / picture-alliance / Chinafotopress)
    Die Luftverschmutzung in China kostet einer Studie zufolge jeden Tag mehr als 4.000 Menschen das Leben. 17 Prozent aller Todesfälle seien auf die hohe Belastung der Luft mit Schadstoffen zurückzuführen, berichten US-Forscher. 38 Prozent des Milliardenvolkes atmen schlechte Luft ein. 1,6 Millionen Menschen sterben jährlich an Krankheiten, die direkt auf den Smog zurückzuführen sind.
    Größte Umweltkatastrophe der Welt
    "Luftverschmutzung ist die größte Umweltkatastrophe der heutigen Welt", sagt der Co-Autor der Studie, Richard Muller. Er verwies auf seinen letzten Besuch in Peking, als die Luftverschmutzung wieder einmal auf einem "gesundheitsgefährdenden Niveau" gewesen sei. Muller: "Jede Stunde, in der ich der Verschmutzung ausgesetzt war, verkürzte meine Lebenserwartung um 20 Minuten."
    Der gefährlichste Schadstoff sei in China der Feinstaub mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometer (PM2,5), der tief in die Lunge eindringen und Herzinfarkte, Schlaganfälle, Lungenkrebs und Asthma auslösen könne. Der Großteil der Verschmutzung stamme aus der Kohleverbrennung. China gewinnt zwei Drittel seiner Energie aus Kohle. Die Wissenschaftler analysierten stündliche Luftmessungen an 1.500 Stellen über vier Monate von April bis August 2014.
    Smog ist Killer Nummer Eins
    Weltweit ist Luftverschmutzung jedes Jahr für den Tod von mehr als drei Millionen Menschen verantwortlich. Das sind mehr als an der Immunschwächekrankheit Aids, Malaria, Diabetes oder Tuberkulose sterben. Die Probleme können laut Studie durch den verstärkten Einsatz von Gaswäschern, mehr Energieeffizienz und die Umstellung von Kohle auf Erdgas, Kernkraft oder erneuerbare Energien gelöst werden. Was zu einer geringeren Luftverschmutzung in China führe, könne gleichzeitig auch den Anteil des größten Kohlendioxidproduzenten an der globalen Erwärmung verringern.
    (tzi/nch)