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LyrikgesprächFrauen dichten

Eine Anthologie als Politikum: Die Literaturwissenschaftlerin Anna Bers stößt mit 500 Gedichten in deutscher Sprache eine wichtige Debatte an: Wie den Kanon heute emanzipatorisch denken? Und wie passt Barbara Juch dazu mit ihrem provokant schlichten Band „Barbara“?

Michael Braun und Jan Wilm im Gespräch mit Insa Wilke | 24.11.2020

Buchcover links: Anna Bers (Hrsg.): „Frauen | Lyrik. Gedichte in deutscher Sprache“, Buchcover rechts: Barbara Juch: „Barbara. Gedichte von Barbara Juch“
Buchcover links: Anna Bers (Hrsg.): „Frauen | Lyrik. Gedichte in deutscher Sprache“, Buchcover rechts: Barbara Juch: „Barbara. Gedichte von Barbara Juch“ (Buchcover links: Reclam Verlag, Buchcover rechts: Verlagshaus Berlin, Hintergrund: Gerda Bergs)
Anthologien, die sich Gedichten von Dichterinnen widmen gibt es. Aber keine wie diese. Anna Bers hat 500 Gedichte in deutscher Sprache versammelt und bietet mit ihnen Wege neuer Lektüren im Dschungel von Geschlechterkonstruktionen an. Absolut aufregend ist, was sie so an Denkvorlagen zur Verfügung stellt und wie neu der Blick ist, den sie auf die Literaturgeschichte eröffnet.
Eine neue Stimme nimmt sich auch in "Barbara" Raum. Barbara Juch, interdisziplinär arbeitende Künstlerin versucht mit diesem schmalen Band, einem Ich Kontur zu geben. Wie dieser Versuch in die Sammlung passen würde, die Anna Bers anbietet, ist eine der Fragen, die unsere Kritiker beschäftigen.
Anna Bers (Hrsg.): "Frauen | Lyrik. Gedichte in deutscher Sprache"
Reclam Verlag, Ditzingen. 879 Seiten, 28 Euro.
Barbara Juch: "Barbara. Gedichte von Barbara Juch"
Verlagshaus Berlin. 48 Seiten, 9,90 Euro.