Freitag, 02. Dezember 2022

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Machtkampf beim DFB
Eskalation auf der Chef-Etage

Der Deutsche Fußball-Bund kommt nicht zur Ruhe. Erst am Wochenende hieß es, dass gegen den Verband ein weiteres Verfahren wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung eröffnet worden sei. Jetzt scheint der Machtkampf zwischen Präsident Keller und Generalsekretär Curtius an Schärfe zuzunehmen.

Von Thomas Kistner | 11.01.2021

Fritz Keller, Präsident vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), steht unter einem DFB-Logo
DFB-Präsident Keller hat die Einrichtung eines Untersuchungs-Ausschusses angeregt. (dpa / Boris Roessler)
Entgegen der ständigen gegenseitigen Treueschwüre dringen seit Monaten immerzu Interna nach außen, die vor allem dem Verbandschef immer wieder Probleme bescherten. Nun zieht Fritz Keller die Reißleine.
Untersuchungs-Ausschuss statt Mediations-Gespräch
Statt eines Mediations-Gesprächs, wie von Curtius´ Seite vorgeschlagen, hat er per Schreiben an das 13-köpfige DFB-Präsidium die Einrichtung eines Untersuchungs-Ausschusses angeregt. Das neue Gremium aus Präsidiumsmitgliedern soll Vorwürfe des Vertrauensbruchs auf der Chefebene sachlich prüfen. Der DFB teilt auf Nachfrage dazu offiziell nur mit, man wolle sich nicht "zu laufenden internen Gesprächen äußern".
Widerstand gegen Untersuchungs-Ausschuss
In dieser laufenden Debatte stemmt sich das Lager um Generalsekretär Curtius, DFB-Vizepräsident Rainer Koch und Schatzmeister Stephan Osnabrügge massiv gegen den drohenden Untersuchungs-Ausschuss. Wie es heißt, argumentieren sie mit der Einheit des Verbandes und damit, dass sich die Vorwürfe auch auf einer Arbeitsebene klären ließen.
Aufklärung von Merkwürdigkeiten
Allerdings ist die Einheit in der Chefetage des DFB längst zerstört. Deshalb zielt Keller nun auf eine Untersuchung der Fakten; dabei soll es auch um einen Vertrag im Kommunikationsbereich gehen, der ihm, als dem Spitzenrepräsentanten des Verbandes, trotz heftigen Drängens seit vergangener Woche nicht zugänglich gemacht worden sei. Allein solche Merkwürdigkeiten um einen Dienstleister-Vertrag, der im eigenen Hause offenbar sorgfältig geschützt werden muss, verrät wie tief die Grabenkriege im DFB derzeit sind – und dass sie eher nicht mehr durch einfache Gespräche überwunden werden können.