
Obwohl der Bundesvorstand den nordrhein-westfälischen Landesparteichef Vincentz aufgefordert hatte, den Parteitag in Marl abzubrechen, wurde die Kandidatenaufstellung gestern fortgesetzt. Ein entsprechender Antrag auf Abbruch bekam keine Mehrheit. Mitglieder des Parteilagers um den Bundestagsabgeordneten Helferich verließen die Versammlung aus Protest. Das Lager um Vincentz nutzte diese Situation, um die Liste im Eiltempo mit Kandidaten aus den eigenen Reihen zu füllen.
Die Vorsitzenden, Weidel und Chrupalla, sehen die Gefahr eines Ausschlusses von der NRW-Landtagswahl im kommenden Jahr. Es gebe - Zitat - "erhebliche Anhaltspunkte" dafür, dass bei der bisherigen Kandidatenaufstellung Wahlgrundsätze verletzt worden seien, erklärten sie. So gebe es "übereinstimmende Schilderungen", wonach stimmberechtigte Delegierte bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt worden seien. Im NRW-Landesverband gibt es seit Längerem Flügelkämpfe zwischen einem radikaleren und einem gemäßigteren Lager.
Diese Nachricht wurde am 18.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
