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Russischer Angriffskrieg
Macron und Starmer schlagen einmonatige Waffenruhe in der Ukraine vor

Der britische Premierminister Starmer und der französische Präsident Macron plädieren für eine einmonatige Waffenruhe in der Ukraine - als ersten Schritt zu einem möglichen Friedensabkommen mit Russland.

    Der britische Premiermininster Starmer und Frankreichs Präsident Macron beim Ukraine-Sondergipfel in London
    Der britische Premiermininster Starmer und Frankreichs Präsident Macron beim Ukraine-Sondergipfel in London (AP / Justin Tallis)
    Macron sagte der Zeitung "Le Figaro", die Waffenruhe solle in der Luft, auf See und für die Energie-Infrastruktur gelten. Die Bodenkämpfe an der Front in der Ost-Ukraine wären demnach ausgenommen. Macron verwies darauf, dass eine begrenzte Waffenruhe leichter zu überprüfen sei. Sie solle Raum für diplomatische Lösungen schaffen und die Grundlage für Verhandlungen legen.
    Frankreichs Außenminister Barrot sagte dem Radiosender RTL, während einer begrenzten Waffenruhe könnte Russlands Präsident Putin zeigen, ob er ehrlich und ernsthaft an Verhandlungen über einen Frieden in der Ukraine interessiert sei. Eine Stationierung europäischer Truppen in der Ukraine käme laut dem französisch-britischen Vorschlag zu diesem Zeitpunkt noch nicht infrage.
    Auch der CDU-Außenpolitiker Beyer äußerte sich zurückhaltend zu einer möglichen Entsendung von Bundeswehr-Soldaten. Deutschland könne stattdessen in humanitären Bereichen sowie bei der Ausbildung ukrainischer Soldaten helfen, sagte Beyer im Deutschlandfunk. Der frühere Transatlantik-Koordinator unter Kanzlerin Merkel sagte, man brauche die Sicherheitsgarantien der USA. Wenn die Europäer einen soliden und belastbaren Plan vorlegten, sollten auch die Amerikaner ihren Beitrag dazu leisten. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen will bei einem Sondergipfel am Donnerstag einen umfassenden Plan für die Wiederaufrüstung Europas vorlegen.
    Nach dem Eklat zwischen US-Präsident Trump und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj hatten Macron und Starmer eine eigene Friedensinitiative angekündigt. Starmer betonte jedoch, dass eine weitere Unterstützung der Ukraine durch die USA erforderlich sei. NATO-Generalsekretär Rutte rief Selenskyj auf, sein Verhältnis zu Trump wiederherzustellen. Dieser erklärte in einem Interview mit der BBC, dass er weiterhin bereit sei, ein Rohstoffabkommen mit den USA abzuschließen. Zu der Unterzeichnung war es nach dem Eklat nicht mehr gekommen.
    Diese Nachricht wurde am 03.03.2025 im Programm Deutschlandfunk gesendet.