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Magellan bei der Venus

Die meisten Menschen dürften die helle Venus schon einmal als leuchtenden Abend- oder Morgenstern am irdischen Himmel bewusst oder unbewusst beobachtet haben. Derzeit ist sie am Morgenhimmel etwa zwei Stunden vor Sonnenaufgang zu finden.

Von Hermann-Michael Hahn |
    Ihre große Helligkeit verdankt die Venus einer weitgehend geschlossenen Wolkendecke, die sich in der dichten Atmosphäre im Bereich zwischen 50 und 70 Kilometern Höhe erstreckt. Da aber diese Wolken den Blick auf die Oberfläche versperren, konnten die Planetenforscher die Landschaften der Venus nur per Radar erkunden.

    Anfangs setzten sie dazu riesige Antennen auf der Erde ein - und konnten so die zuvor unbekannte Rotationsdauer der Venus ermitteln. In den 90er Jahren trug dann die amerikanische Raumsonde Magellan ein Hochleistungsradar in eine Umlaufbahn um die Venus. Mit seiner Hilfe wurde die Venusoberfläche nahezu vollständig kartiert. Man fand mehrere Riesenvulkane, zahlreiche erstarrte Lavaströme und etliche Einschlagskrater.

    Zum Ende der Mission wurde Magellan kontrolliert auf eine immer engere Bahn gebracht und beobachtet, wie sich die Bremswirkung der dichten Atmosphäre auf Bahn und Stabilität der Raumsonde auswirkt. So wollten die Raumfahrtingenieure herausfinden, ob Raumsonden bei anderen Planeten auch auf aerodynamische Weise abgebremst und so treibstoffsparend auf eine geeignete Umlaufbahn gebracht werden können - eine Methode, die seither beim Mars mehrfach eingesetzt wurde.

    Heute vor 15 Jahren verglühte Magellan endgültig in der dichten Venusatmosphäre.

    Die Magellan-Raumsonde

    NASA-Informationen zur Magellan-Mission