Studie in Afrika
Malaria-Impfungen senken Kindersterblichkeit

Vorbeugende Impfungen können viele Leben retten. Das zeigt eine Analyse in drei afrikanischen Ländern, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mitteilte. Dort hat ein Impfprogramm gegen Malaria die Todesrate unter Kleinkindern um 13 Prozent gesenkt. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal "The Lancet" vorgestellt.

    Nahaufnahme zweier Hände, die eine Spritze mit Impfstoff aufziehen.
    Ein Malaria-Impfprogramm in afrikanischen Ländern hat die Todesrate unter Kleinkindern einer Analyse zufolge gesenkt (Symbolbild). (picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Jerome Delay)
    Forscher von der Kamuzu University of Health Sciences in Malawi und der London School of Hygiene & Tropical Medicine haben die Untersuchung durchgeführt. Sie betonen, die reale Belastung durch malariabedingte Sterblichkeit sei schwer direkt zu erfassen. "Viele Todesfälle treten zu Hause ein, bevor eine ärztliche Diagnose möglich ist. Selbst im Krankenhaus lässt sich oft schwer feststellen, ob Malaria eine direkte oder mitwirkende Todesursache war oder eine zufällige Infektion."

    Gebiete in Ghana, Kenia und Malawi untersucht

    Die Wissenschaftler ermittelten deshalb die allgemeine Sterblichkeit aller Kinder in den untersuchten Gebieten im impfberechtigten Alter. Ausgenommen wurden nur Tode durch Verletzungen. Die Untersuchungsregion umfasste rund 160 einzelne Gebiete - meist Verwaltungseinheiten - in Ghana, Kenia und Malawi.
    Die Gebiete wurden nach dem Zufallsprinzip eingeteilt: In die Gruppe, in der der Malaria-Impfstoff RTS,S/AS01E zum Standard-Impfangebot für Kleinkinder gehörte, und eine Vergleichsgruppe, in der dies nicht der Fall war. Die Malaria-Impfungen wurden - auf freiwilliger Basis - bei Kindern in Ghana und Kenia im Alter von 6, 7, 9 und 24 Monaten durchgeführt, bei Kindern in Malawi im Alter von 5, 6, 7 und 22 Monaten.
    Im Untersuchungszeitraum 2019 bis 2023 erhielten insgesamt fast 1,3 Millionen Kinder die erste Impfdosis, bei den folgenden zwei Impfrunden waren es etwas weniger. Die vierte Impfdosis wurde nur noch 436.527 Kindern verabreicht, was nur knapp 40 Prozent aller infrage kommenden Kinder waren. Bei allen Kindern, die dem Alter nach drei Impfdosen hätten erhalten können, war die Todesrate in der Untersuchungsgruppe um 13 Prozent niedriger als in der Vergleichsgruppe.
    Für die Forscher belegt die Studie die Dringlichkeit, den Einsatz von Impfstoffen in Gebieten Afrikas zu beschleunigen, in denen Malaria weiterhin eine der Hauptursachen für Kindersterblichkeit ist.

    Weitere Informationen:

    WHO-Aufruf: Reale Möglichkeit, Malaria endgültig zu besiegen
    Diese Nachricht wurde am 09.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.