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StartseiteUmwelt und Verbraucher"Man sollte seine Bestände streuen"13.08.2013

"Man sollte seine Bestände streuen"

Verbraucherschützer rät bei Auslandsreisen zu mehreren Zahlungsmitteln

Bargeld, Maestro- und Kreditkarte, Reisechecks oder auch Fernüberweisung: Wer im Ausland unterwegs ist, kann sich diverser Zahlungsmittel bedienen – und sollte das auch tun, rät Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Sich nur auf Karten als Zahlungsmittel zu verlassen, sei riskant.

Erk Schaarschmidt im Gespräch mit Susanne Kuhlmann

Nur auf Kreditkarten sollte man sich im Ausland nicht verlassen, raten Verbraucherschützer. (picture alliance / dpa / Niu Yuecheng)
Nur auf Kreditkarten sollte man sich im Ausland nicht verlassen, raten Verbraucherschützer. (picture alliance / dpa / Niu Yuecheng)

Susanne Kuhlmann: Badesachen, Bücher, Bargeld – die Basisausrüstung für eine Ferienreise. Aber viel Bargeld mit sich herumzutragen, ist nicht jedermanns Sache. Außerdem gibt es ja die praktischen Plastikkarten zum bezahlen in fast jeder Lebenslage und nahezu überall. Fast und nahezu, denn bargeldloses zahlen klappt nicht immer, selbst wenn Kartenanbieter das versprechen. Wer auf Auslandsreisen schon mal erlebt hat, dass auch der Geldautomat keine Scheine ausspuckt, wird sich in Zukunft genauer überlegen, welche Zahlungsmittel ins Reisegepäck gehören. – Am Telefon ist Erk Schaarschmidt, Experte für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Guten Tag, Herr Schaarschmidt.

Erk Schaarschmidt: Mahlzeit!

Kuhlmann: In Deutschland und in der Euro-Zone funktioniert die Bankkundenkarte gut, die früher EC-Karte hieß - im Prinzip jedenfalls. Die Karte trägt entweder ein Maestro-Logo, oder ein V-Pay-Zeichen, und letzteres könnte erhebliche Probleme verursachen. Was kann einem passieren?

Schaarschmidt: Dass die Karte einfach nicht akzeptiert wird. Es gibt kein Geld, möglicherweise ist es so, dass die Akzeptanzstellen diesen Chip nicht lesen können. Aber genaueres wissen wir dazu auch noch nicht.

Kuhlmann: Also doch besser gleich mit Bargeld verreisen?

Schaarschmidt: Ja man sollte seine Bestände streuen. Das heißt einmal Bargeld, dann natürlich die Maestro-Karte doch mit einpacken, vielleicht funktioniert es ja doch. Wir haben dann natürlich noch Kreditkarten, Reiseschecks und zur Not auch eine FIS-Überweisung.

Kuhlmann: Gibt es denn eigentlich für das Bargeld ein paar Tipps, wie man das am besten mit sich führt, ohne dass es einem abhanden kommt?

Schaarschmidt: Ich selbst mache das gern, wenn ich es direkt am Körper habe. Handtaschen, glaube ich, sind nicht so geeignet dafür, die können immer mal wegkommen oder vom vorbeifahrenden Motorradfahrer mitgenommen werden. Einfach ganz eng am Körper tragen, vielleicht in einem kleinen Brustbeutel. Ich denke, das sollte ausreichend genug sein. Und wer das noch teilen will, der kann das auch gern im Hotel-Safe deponieren.

Kuhlmann: Sehr praktisch sind ja die schon erwähnten Kreditkarten, ob zum Geld abheben oder auch zum bezahlen im Restaurant. Aber beim Einsatz im Ausland muss man auch die Gebühren im Blick behalten?

Schaarschmidt: Da muss man tatsächlich schauen, was das ganze kostet, und dringend vorher bei der Bank vorbeischauen und nachfragen, was der Auslandseinsatz kostet. In der Regel ist es so, dass die Kreditkarten im Ausland Geld kosten, ein, zwei Prozent, manchmal auch etwas mehr, wenn man damit bezahlt, auch beim Geld abholen. Es gibt natürlich auch diverse Banken, die den kostenfreien Kreditkarteneinsatz weltweit anbieten. Da muss man schauen, was man für eine Karte hat. Bei den Maestro-Karten ist es tatsächlich so und auch bei den Kreditkarten im Euro-Raum sind die Abhebungen beziehungsweise die Zahlungen kostenfrei. Bei den Kreditkarten muss man tatsächlich schauen, was es kostet, aber die Maestro-Karten sind im Einsatz kostenfrei.

Kuhlmann: Wie ist das mit den Sparkarten, mit denen so wie früher beim Postsparbuch im Ausland Geld abgehoben werden kann?

Schaarschmidt: Ja, das ist durchaus eine Möglichkeit. Man muss natürlich nur wissen: die müssen vorher mit Geld gefüllt werden. Man kann nur über ein verfügbares Guthaben verfügen. Und die Abhebungen sind limitiert im Monat, also dort auch nachfragen bei der Bank, wie hoch dann dort das Limit ist, über das ich verfügen kann.

Kuhlmann: Reiseschecks gibt es ja auch immer noch in verschiedenen wichtigen Währungen. Für wen sind die sinnvoll?

Schaarschmidt: Das ist durchaus für jeden sinnvoll, der vor allem weiter wegfährt und dort in den Hauptwährungen, ich sage mal, britisches Pfund, Schweizer Franken, US-Dollar, japanischer Yen, das benötigt. In Afrika durchaus sinnvoll, auch in Asien, einfach zur Streuung des Geldes, dass man dort ebenfalls noch ein Reisezahlungsmittel hat. Das ist durchaus auch sicher. Man muss unterschreiben, wenn man die Scheine bekommt, und man muss auch bei der Geldausgabe dann ebenfalls noch mal unterschreiben und das wird in der Regel auch in Abgleich mit dem Personalausweis oder dem Reisepass vorgenommen.

Kuhlmann: Und zur allergrößten Not, wenn nichts mehr funktioniert, kann man sich auch per Blitzüberweisung Geld von zuhause schicken lassen. Wird aber eine teuere Sache?

Schaarschmidt: Ich habe mal nachgefragt. Es geht über Western Union oder Moneygram. Das sind zwei größere Anbieter. Beispielsweise in die USA kostet eine Überweisung von 1000 Euro um die drei Prozent, also knapp 30 Euro, wenn man das vom Bankkonto macht. Wenn man es persönlich einzahlt, Bargeld einzahlt und dann wieder auszahlt, sind das 42 Euro, also reichlich vier Prozent.

Kuhlmann: Danke schön! – In Zukunft überall flüssig, die richtigen Zahlungsmittel fürs Ausland – danke an Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg.


Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Deutschlandradio macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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